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Neue Dimension

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Deutschland steht wie viele andere westliche Länder im Fokus von Terroristen. Zwar haben Sicherheitsbehörden derzeit keine konkreten Hinweise auf Pläne für Anschläge. Trotzdem ist es sinnvoll, sich auf ein Worst-Case-Szenario – also eine Terrorattacke erheblichen Ausmaßes – vorzubereiten. Tritt dieser Fall ein, kann ein Bundesland die Streitkräfte laut Verfassung zur Unterstützung anfordern.

Bislang kooperieren Polizei und Bundeswehr vor allem bei der Bewältigung von Naturkatastrophen oder bei extremen Wetterereignissen. Die Schneekatastrophe in Bayern Anfang 2019 hat bewiesen, wie gut die Zusammenarbeit hier funktioniert. Kommt es aber zu einem Terrorangriff, gibt es noch viele Hürden zu überwinden. Dies zeigte schon eine bundesweite Übung 2017 am grünen Tisch, bei der herauskam, dass Polizei und Bundeswehr so unterschiedlich kommunizieren, dass im Notfall folgenschwere Missverständnisse drohen. Zudem ist die Frage, wie schnell die Bundeswehr mit ihren Transportpanzern tatsächlich vor Ort wäre. Mit den Fahrzeugen können Verletzte auch dann aufgenommen werden, wenn die Sicherheitslage extrem unübersichtlich ist.

Bei der Terrorübungen am Wochenende verliefen der Einsatz der Bundeswehr und die Zusammenarbeit mit der Polizei jedenfalls reibungslos. Problematisch war eher, dass es sehr lange dauerte, bis die Verletzten von den Hubschraubern in die umliegenden Kliniken gebracht werden konnten. Kommt es tatsächlich zu einem Terroranschlag mit Schwerverletzten, sollte deren Versorgung schneller gehen.

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