Politik

Pandemie Jens Spahn schlägt Schnelltests bei Infektion von Klassenkameraden vor / Höherer Krankenkassenbeitrag droht

Neues Konzept für Schulen?

Berlin.Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat ein neues Konzept zur Eindämmung von Corona-Infektionen in Schulen vorgeschlagen. „Infektionsketten wirklich unterbrechen und gleichzeitig lebenspraktisch bleiben, das ist die Aufgabe“, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Konkret schlug er vor, dass beim Auftreten eines Infektionsfalls umgehend die betroffene Klasse in die häusliche Isolation geschickt wird. Bisher ist das teilweise nicht oder nur bei den Sitznachbarn Infizierter der Fall.

„Nach negativen Schnelltests am fünften Tag könnten die Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule zurückkehren“, sagte Spahn. Ob das aus Sicht der Länder vor Ort umsetzbar sei, darüber müsse man am Mittwoch sprechen. Dann wollen die Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Schalte über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie entscheiden.

Zur gegenwärtigen Infektionslage sagte Spahn: „Wir haben sicheren Boden unter den Füßen, aber wir sind noch nicht über den Berg.“ Es komme darauf an, ob die Zahlen in den nächsten Tagen sinken. „Davon wird am Mittwoch viel abhängen.“

Massentests in Südtirol

Unterdessen hat die Techniker Krankenkasse vor einer drastischen Erhöhung des Krankenkassen-Zusatzbeitrags für 2022 gewarnt. „Ohne Gegensteuern durch den Staat droht eine Verdoppelung des Zusatzbeitrags“, sagte der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, der „Rheinischen Post“. Dann werde das Loch im Gesundheitsfonds „weit größer sein als 16 Milliarden Euro, und alle Reserven sind verbraucht“. Für 2021 wird eine Finanzierungslücke von 16 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung erwartet.

In der norditalienischen Provinz Südtirol haben bei Massentests zahlreiche Menschen von ihrer Infektion erfahren. Bis zum Abend ließen über 343 000 Bürger und Bürgerinnen einen kostenlosen Abstrich machen. Laut Behörden erhielten nach Abschluss der zentralen Phase bis 20 Uhr 3185 Teilnehmer (0,9 Prozent) ein positives Corona-Resultat. dpa

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