Politik

Gipfel Regime spricht von „gangstermäßiger Forderung“

Nordkorea brüskiert US-Minister

Washington.Donald Trumps Chef-Diplomat Mike Pompeo frohlockte zum Abschluss seiner Verhandlungen in Pjöngjang, es seien „bei fast allen zentralen Themen Fortschritte erzielt worden“. Der frühere Geheimdienstchef Kim Yong Chol, der für die nordkoreanische Regierung die Gespräche führte, nahm das offenbar grundlegend anders wahr. Pompeo saß schon im Flieger, da veröffentlichte die nordkoreanische Staatsagentur KCNA eine geharnischte Stellungnahme. Das gewöhnlich wortkarge Regime nannte die Verhandlungstaktik der Amerikaner „tief bedauerlich“. Die USA hätten „lediglich ihre unilaterale und gangstermäßige Forderung nach einer nuklearen Entwaffnung erhoben“. Dies habe den „Geist der Verhandlungen“ gestört und eine „gefährliche Phase“ eingeleitet.

Dämpfer für Erwartungen

Pompeo feuerte zurück: Der Weltsicherheitsrat habe einstimmig beschlossen, was erreicht werden müsse. Er beharrte darauf, dass Washington bei den Sanktionen keinerlei Zugeständnisse machen werde, bevor das Ziel einer nuklearen Abrüstung und der Beendigung des ballistischen Raketenprogramms erreicht sei: „Die Welt wird sehen, dass die Vereinigten Staaten dies in den kommenden Wochen durchsetzen.“

Experten weisen darauf hin, dass dies nach Trumps voreiligem Jubel nicht mehr so einfach sein dürfte. Unmittelbar nach dem Treffen mit Kim Jong-Un am 12. Juni hatte der US-Präsident erklärt, „von Nordkorea geht keine nukleare Gefahr mehr aus“. Alle könnten nun „wieder ruhig schlafen“.

China nahm das zum Anlass, seine Sanktionen zu lockern. Da 90 Prozent aller Waren über die Volksrepublik nach Nordkorea gelangen, bleibt es für den Aufbau von „maximalem Druck“ entscheidend, dass Peking die Grenzen dicht hält. Doch danach sieht es immer weniger aus, seit Trump einen Handelskrieg mit Peking vom Zaun brach.