Politik

Nahost Kommunalwahlen in Israel durch Boykottaufruf beeinträchtigt

Palästinensische Blockade

Archivartikel

Tel Aviv.Bei den Kommunalwahlen in Israel hat der langjährige Tel Aviver Bürgermeister Ron Chuldai im ersten Wahlgang gewonnen. In Jerusalem gehen zwei Kandidaten in die Stichwahl in zwei Wochen: Mosche Lion (Likud), Ex-Generaldirektor des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, sowie Ofer Berkowitz, Kandidat der Mitte. Dies ist das Ergebnis von vorläufigen Zahlen, die das Innenministerium veröffentlichte.

In Mannheims Partnerstadt Haifa gewann Einat Kalisch Rotem von der Arbeitspartei. Sie wird damit nach Medienberichten das erste weibliche Oberhaupt einer der großen israelischen Städte.

Einzug verpasst

Wie die Zeitung „Haaretz“ berichtete, verpasste Ramadan Dabasch als erster palästinensischer Kandidat vermutlich den Einzug in den Jerusalemer Stadtrat wegen der geringen Wahlbeteiligung in Ost-Jerusalem. Die Palästinenser in der Stadt boykottieren überwiegend die Wahlen aus Protest gegen die israelische Eroberung Ost-Jerusalems.

Im von Israel besetzten Teil der Golanhöhen nahmen zum ersten Mal seit 51 Jahren Einwohner drusischer Dörfer an den Kommunalwahlen teil. Vertreter der drusischen Religionsgemeinschaft, die sich immer noch Syrien verbunden fühlen, hatten die Beteiligung an der Wahl kritisiert. Es kam zu mehreren Zwischenfällen, die Polizei schloss mindestens drei Wahllokale.

Israel hatte 1967 während des Sechstagekrieges unter anderem Ost-Jerusalem, das Westjordanland, den Gazastreifen und Teile der syrischen Golanhöhen erobert. Die Palästinenser fordern das Westjordanland und den Gazastreifen allerdings für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Der zweite Wahlgang der kommunalen Abstimmungen findet am 13. November statt. dpa