Politik

Missbrauch Gipfel im Vatikan mit Gebeten begonnen

Papst will Lösungen

Archivartikel

Rom.Papst Franziskus hat zum Auftakt des Kinderschutzgipfels im Vatikan „konkrete und wirksame Maßnahmen“ gefordert, um das „Übel“ des sexuellen Missbrauchs zu bekämpfen. „Das Volk Gottes schaut auf uns und erwartet von uns keine einfachen und vorhersehbaren Verurteilungen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche gestern in der Synodenaula des Vatikans. „Hören wir den Schrei der Kleinen, die Gerechtigkeit verlangen.“

Er erinnerte die Chefs der Bischofskonferenzen der Welt an ihre Verantwortung und verlangte „Mut und Konkretheit“. An dem Treffen nehmen bis Sonntag neben den Bischöfen die Spitzen der römischen Kurie und Ordensvertreter teil.

Unterdessen wurde in Bayern ein weiterer Fall von Missbrauch öffentlich: In einem früheren Kinderheim einer katholischen Stiftung in Schwaben waren jahrelang sexueller Missbrauch und eine von Gewalt geprägte Erziehung an der Tagesordnung. Dies ist das Ergebnis eines gestern vom Bistum Augsburg vorgestellten Untersuchungsberichts zu den Vorfällen seit den 1950er Jahren. Der pensionierte Richter Manfred Prexl sprach von „überbordender Gewalt“, die in dem Donauwörther Kinderheim bis zu dessen Schließung 1977 ungehindert geschehen konnte.

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