Politik

AfD Delegierte bestätigen Jörg Meuthen und ernennen Tino Chrupalla zum Gauland-Nachfolger

Parteitag wählt Doppelspitze

Braunschweig.Keine Scharmützel, keine Überraschungen, kaum inhaltliche Debatten. Der AfD-Parteitag am Wochenende in der Braunschweiger Volkswagen-Halle brachte eine weitere Stabilisierung der erst 2013 gegründeten Organisation. Ihr Sprecher Jörg Meuthen (Bild oben) wurde von den 600 Delegierten mit großer Mehrheit im Amt bestätigt und der sächsische Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla (Bild unten) ziemlich reibungslos als Nachfolger von Alexander Gauland zum Co-Vorsitzenden gewählt.

Die Partei wird nach Gaulands Rückzug nun von einem Ost-West-Duo geführt. Meuthen rief dazu auf, die Partei schnell regierungsfähig zu machen, da die „ehemaligen Volksparteien“ CDU und SPD abgewirtschaftet hätten. Die AfD sei konservativ, freiheitlich und patriotisch, „aber nicht reaktionär, nicht nationalistisch“, rief Meuthen aus. Mit ihm werde es eine schleichende Tolerierung extremistischer Positionen in der AfD nicht geben.

Insgesamt war festzustellen, dass der rechtsradikale „Flügel“ des Thüringer Landeschefs Björn Höcke weiter an Einfluss gewonnen hat. Rund 45 Prozent der Delegierten dürften diesem Lager angehören oder mit ihm sympathisieren.

Da Höcke sich mit dem Hinweis auf die Wahlerfolge in Ostdeutschland für Chrupalla aussprach, hatte dessen Gegenkandidat Gottfried Curio keine Chance. Auch Gauland empfahl Chrupalla, der 54 Prozent erzielte. Der 44-jährige Malermeister aus Görlitz ist nicht selbst Mitglied des „Flügels“.

Fraktionschefin Alice Weidel wurde als stellvertretende Bundessprecherin bestätigt. Als weiterer Stellvertreter wurde der Thüringer Abgeordnete Stephan Brandner gewählt, ein „Flügel“-Mann. Brandner war Mitte November im Bundestag als Vorsitzender des Rechtsausschusses wegen mehrerer umstrittener Tweets von den anderen Parteien abgesetzt worden.

Begleitet wurde der Parteitag von Demonstrationen. Zur zentralen Kundgebung versammelten sich am Samstag rund 20 000 Menschen auf dem Domplatz. Der VW-Konzern hatte seinen Namenszug an der Austragungshalle verhüllen lassen, um nicht mit der AfD in Verbindung gebracht zu werden. (Bilder: dpa)

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