Politik

USA Trumps Ex-Wahlkampfmanager erneut verurteilt

Paul Manafort muss fast sieben Jahre ins Gefängnis

Washington.Diesmal erschien der Angeklagte in gewohnter Montur. US-Präsident Donald Trumps Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort (69) trug Anzug und Krawatte, als ihn Gerichtsdiener im Rollstuhl in den Gerichtssaal des Bundesgerichts vom District of Columbia schoben. Richterin Amy Berman Jackson gab sich an dieser Stelle großzügiger als ihr Kollege Thomas Ellis in Virginia, der Manafort bei der Urteilsverkündigung in dem Parallelverfahren wegen Finanz- und Steuerverbrechen vergangene Woche in Gefängniskleidung vorführen ließ.

„Im Gericht zählen noch Fakten“

Dafür zeigte die Richterin weniger Nachsicht in der Sache. Sie fügte den bereits verhängten 47 Monaten in Virginia 60 Monate Gefängnis hinzu. Einen Teil der Strafe verrechnete sie mit dem bereits gefällten Urteil. Abzüglich seiner bereits abgesessenen Untersuchungshaft muss Manafort damit insgesamt noch knapp sieben Jahre ins Gefängnis.

Bei der Urteilsverkündung stellte Jackson klar, dass Manafort „die Amerikaner und den Kongress belogen hat“. Manafort habe auch in dem Prozess nicht die Wahrheit gesagt. „Das Gericht ist einer der Plätze, an denen die Fakten noch zählen“, fügte sie hinzu.

Manafort hatte zu Beginn des Urteilstermins um Mitleid geworben. „Es tut mir leid für das, was ich getan habe“, sagte Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager mit gebrochener Stimme. Andrew Weissman, der im Team von Sonderermittler Robert Mueller mit dem Fall beauftragt war, charakterisierte Manafort dagegen als Strippenzieher hinter einer Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten. Er habe sich dafür 50 Millionen Dollar von russlandnahen Politikern in der Ukraine und dem Oligarchen Oleg Deripaska zahlen lassen. „Seine Arbeit hat das Vertrauen in den politischen Prozess im Ausland wie in den USA untergraben,“ sagte Weissmann. Darüber hinaus habe er „gegenüber dem FBI und der Grandjury wiederholt falsche Erklärungen abgegeben.“

Konkret geht es um Manaforts enge Kooperation mit Konstantin Kilimnik, einem langjährigen Vertrauten in der Ukraine, dem enge Kontakte zum russischen Geheimdienst nachgesagt werden. Manafort übergab auf dem Höhepunkt des Wahlkampfs Kilimnik interne Wählerdaten des Trump-Teams.