Politik

Politbarometer: Grüne mit Verlusten - Union und SPD legen leicht zu

Archivartikel

Die Grünen fallen in der Wählergunst einer Umfrage zufolge etwas zurück. Die Partei büßt drei Punkte ein und erreicht noch 24 Prozent, wie das am Freitag veröffentlichte "Politbarometer" zeigt. Ende September hatten die Grünen in dieser Umfrage noch gleichauf mit der Union gelegen. Die verzeichnet nun leichte Zugewinne und landet bei 29 Prozent (plus 2). Auch die SPD verbessert sich demnach leicht auf 14 Prozent (plus 1). Die AfD verschlechtert sich um einen Punkt auf 13 Prozent.

Politische Stimmung in Deutschland

In der politischen Stimmung gibt es deutliche Veränderungen zu Ende September: Die CDU/CSU legt stark zu, die SPD leicht. Dagegen geht es für die Grünen deutlich bergab, auch AfD und FDP verlieren an Zustimmung. In Zahlen heißt das: Die CDU/CSU kommt auf 32% (+6), die SPD erzielt 15% (+2). Die AfD erhält 8% (-2), die FDP 5% (-1) und die Linke 7% (+/-0). Die Grünen kommen aktuell auf 28% (-6), alle anderen Parteien liegen zusammen unverändert bei 5%. * 

Da mit Umfragen aber immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernten Wahltag nicht zulässig. 

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Ver­gleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen politischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde. 

Dieser errechneten Projektion liegen die Erkenntnisse über die langfristige, sozialstrukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Berücksichtigt wird dabei auch die fehlende Bekenntnisbereitschaft von den Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums. 

Wäre bereits am Sonntag Bundestagswahl, würden die Regierungspartner CDU/CSU und SPD jeweils leicht zulegen, ebenso die Linke, für die AfD gäbe es geringe, für die Grünen deutlichere Verluste im Vergleich zu Ende September: Danach käme in der aktuellen Projektion die CDU/CSU auf 29% (+2), die SPD auf 14% (+1) und die AfD auf 13% (-1). Die FDP erhielte weiterhin 6%, die Linke 8% (+1) und die Grünen 24% (-3), alle anderen Parteien kämen zusammen auf 6% (+/-0).

Zufriedenheit mit der Bundesregierung und den Koalitionspartnern

Die Beurteilung der amtierenden Bundesregierung fällt jetzt etwas höher aus als zuletzt: Auf der Skala von +5 bis -5 (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) wird die gemeinsame Arbeit von Union und SPD mit 0,5 bewertet (Sep-I: 0,7; Sep-II: 0,3) und die Arbeit der CDU/CSU ebenfalls mit 0,5 (Sep-I: 0,5; Sep-II: 0,3). Der Wert für die Arbeit der SPD steigt auf 0,3 (Sep-I: 0,3; Sep-II: 0,0).

Gewünschte Koalition

Auf die vorgabenfreie Frage, welche Parteien zusammen die nächste Bundesregierung bilden sollen, wünschen sich 17% ein Bündnis aus Union und Grünen (Sep-I: 14%; Sep-II: 19%). 11% sprechen sich für Rot-Grün (Sep-I: 13%; Sep-II: 10%) und 10% für eine große Koalition (Sep-I: 10%; Sep-II: 9%) aus. 8% präferieren Schwarz-Gelb (Sep-I: 7%; Sep-II: 6%) und 6% Rot-Rot-Grün (Sep-I: 7%; Sep-II: 6%). Andere Bündnisse werden insgesamt von 26% genannt (Sep-I: 30%; Sep-II: 32%), 22% antworten mit „weiß nicht“ (Sep-I: 19%; Sep-II: 18%).

Bewertung von Koalitionsmodellen

Bei der dezidierten Bewertung einzelner Koalitionsmodelle findet aktuell nur Schwarz-Grün mehrheitliche Zustimmung, alle anderen Modelle werden von jeweils einer Mehrheit der Befragten abgelehnt. Ein Bündnis aus CDU/CSU und Grünen fänden 46% gut, 37% schlecht und 14% wäre das egal. Für eine „Jamaika-Koalition“ gibt es von 33% Zustimmung (schlecht: 49%; egal: 16%), für eine große Koalition von 29% (schlecht: 49%; egal: 18%). Rot-Rot-Grün wird von 26% positiv bewertet (schlecht: 60%; egal: 11%), ein Bündnis aus SPD, FDP und Grünen von 25% (schlecht: 55%; egal: 16%). Die deutlichste Ablehnung erhält eine Koalition aus CDU/CSU und AfD: Lediglich 11% sehen eine solche Verbindung positiv, 81% negativ und 6% wäre das egal.

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