Politik

Politbarometer April I 2018 (KW 15, Teil I)

Politische Stimmung: Grüne verbessern sich deutlich

Politische Stimmung in Deutschland

In der aktuellen politischen Stimmung kommt die Union auf leicht verbesserte 35% (+1), die SPD erreicht unverändert 22%. Die AfD liegt bei 8% (-1), die FDP verliert auf ebenfalls 8% (-2), noch stärker sind die Einbußen der Linken, die nur 7% (-5) erreicht. Die Grünen können sich deutlich auf 16% (+4) verbessern, alle sonstigen Parteien kommen zusammen auf 4% (+2).* 

Da mit Umfragen aber immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernten Wahltag nicht zulässig.

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Ver­gleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen poli­tischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen die Erkenntnisse über die langfristige, sozialstrukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Berücksichtigt wird dabei auch die fehlende Bekenntnisbereitschaft von den Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums.

Wäre bereits am Sonntag Bundestagswahl, könnte die Union mit etwas verbesserten 33% (+1) rechnen. Die SPD käme unverändert auf 19% und die AfD bliebe ebenfalls unverändert bei 13%. Die FDP hätte leichte Einbußen und käme auf 8% (-1), etwas stärkere Verluste gäbe es für die Linke, die jetzt bei 9% (-2) läge. Mit Zugewinnen von zwei Prozentpunkten würden die Grünen 14% erreichen, alle anderen Parteien hätten in der Summe 4%. Damit gäbe es zurzeit lediglich für eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD sowie für ein Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen eine Mehrheit.

Zufriedenheit mit der Bundesregierung

Erstmals seit Antritt der neuen Bundesregierung konnten die Befragten im Politbarometer jetzt sowohl die Leistungen des Kabinetts insgesamt als auch die der beiden Regierungspartner im Einzelnen anhand einer Skala von +5 bis -5 (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) bewerten. Die gemeinsame Regierungsarbeit der Großen Koalition stufen die Befragten mit 0,4 ein; die Union erhält eine Bewertung von 0,3 und die SPD von 0,5 für die jeweilige Leistung in der Regierung. 

Beurteilung der Regierung und einer Jamaika-Koalition als Alternative

Ganz allgemein finden etwas mehr als die Hälfte der Befragten (53%), dass die neue Bundesregierung ihre Sache eher gut macht, 35% meinen, sie mache es eher schlecht, 12% erlauben sich darüber (noch) kein Urteil. Mehrheitlich positiv bewerten die Anhänger der CDU/CSU (73%) und der SPD (65%) die Arbeit des Kabinetts, und auch die FDP- (57%) sowie die Grünen-Anhänger (55%) schließen sich diesem Urteil mehrheitlich an. Bei der Linken teilen nur 36% und bei der AfD lediglich 6% diese Meinung.  

Eine relative Mehrheit von 42% glaubt, dass es keinen großen Unterschied machen würde, wenn statt Schwarz-Rot eine Koalition aus Union, FDP und Grünen regieren würde. 30% gehen davon aus, dass es solch ein Bündnis schlechter machen würde, 21% meinen, eine Jamaika-Koalition würde es besser machen als die jetzige Bundesregierung (weiß nicht: 7%). 37% der FDP-Anhänger würden von Schwarz-Gelb-Grün mehrheitlich bessere Leistungen erwarten (kein Unterschied: 31%), 38% sind es in den Reihen der Grünen (kein Unterschied: 39%), in allen anderen Parteianhängerschaften ist jeweils der größte Anteil der Meinung, da wäre kein großer Unterschied.

Bundesregierung gut gestartet?

Lediglich 17% der Befragten sind der Ansicht, dass die neue Bundesregierung eher gut gestartet ist. Einen schlechten Start attestieren der neuen Großen Koalition 77% der Bürgerinnen und Bürger, 6% machen dazu keine Angabe. Auch in den Anhängerschaften der Regierungsparteien wird der Beginn der gemeinsamen Regierungsarbeit von Schwarz-Rot mehrheitlich schlecht eingeschätzt. Im Januar 2014 war das Urteil über den Start der letzten Großen Koalition ebenfalls negativ ausgefallen, wenn auch nicht ganz so schlecht wie jetzt (gut: 29%; schlecht: 62%; keine Angabe: 9%). 

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