Politik

Spionage Deutschland soll sich Nervengift beschafft haben

Proben von Nowitschok

Berlin/München.Seit zwei Monaten rätseln Ermittler, wer den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter mit dem Kampfstoff Nowitschok in England vergiftet hat. Weil die Substanz in der Sowjetunion entwickelt wurde, richten sich die Vorwürfe des Westens gegen Russland. Nun wollen „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR gemeinsam mit der „Zeit“ herausgefunden haben, dass sich auch die Bundesrepublik Mitte der 90er Jahren eine Probe des Nervengifts verschafft habe.

Der Auslandsgeheimdienst BND sei durch einen Überläufer aus Russland an den Kampfstoff gekommen. Auch die Bundeswehr sei eingebunden gewesen, berichten die Medien unter Berufung auf Personen, die beteiligt gewesen seien. Die Bundesregierung und der BND erklärten, zu nachrichtendienstlichen Angelegenheiten grundsätzlich nur die geheim tagenden Gremien des Bundestages zu informieren.