Politik

Terror Wegen Angriff gegen „Charlie Hebdo“ angeklagt

Prozess rollt Anschlag auf

Archivartikel

Paris.Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen hat der Prozess um den blutigen islamistischen Terroranschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ begonnen. Im neuen Justizpalast im Nordwesten von Paris erschienen am Mittwoch elf der insgesamt 14 Angeklagten. Die übrigen drei – darunter eine Frau – sind flüchtig; ob sie noch leben, ist unklar. Es sind 49 Verhandlungstage geplant, der jetzt schon historisch genannte Prozess soll dann Mitte November enden.

Vor einem besonders zusammengesetzten Gericht für Terrorfälle wird eine mehrtägige Anschlagsserie aufgerollt, bei der im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden waren. Die Anschläge trafen nicht nur die Redaktion von „Charlie Hebdo“, sondern auch einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen. Der Prozess ist außergewöhnlich: Beteiligt sind 200 Nebenkläger und 94 Anwälte. Es sollen 144 Zeugen und 14 Experten aufgerufen werden. Das hochmoderne Gerichtsgebäude wurde von Hunderten Polizisten gesichert, wie Medien berichteten.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, in unterschiedlicher Weise bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen sowie einer terroristischen Vereinigung angehört zu haben. In den meisten Fällen drohen laut Staatsanwaltschaft hohe Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Beschuldigte sollen beispielsweise Waffen besorgt oder eine Unterkunft zur Verfügung gestellt haben. Zehn von ihnen saßen im Gerichtssaal in Glasboxen, die von vermummten Polizisten bewacht wurden. Im Saal herrschte wegen der Corona-Epidemie Maskenpflicht. Der Vorsitzende Richter Régis de Jorna erklärte, dass der Prozess wegen der historischen Bedeutung gefilmt werde. dpa

Zum Thema