Politik

Verteidigung Russland empört über Raketentest der USA

Putin kündigt umfassende Antwort an

Archivartikel

Moskau.Nach dem Test eines neuen Marschflugkörpers durch die USA hat Russlands Präsident Wladimir Putin eine „deckungsgleiche Antwort“ angekündigt. Moskau müsse zuerst die Bedrohung durch die USA analysieren und dann „umfassende Maßnahmen“ ergreifen, sagte der Kremlchef bei einer Sitzung des russischen Sicherheitsrates am Freitag. Details nannte er nicht. Er sehe den amerikanischen Raketentest auch als Beweis, dass die USA die Schuld für das Aus des wichtigen INF-Abrüstungsabkommen trügen.

Die USA hatten am Wochenende von der Insel San Nicolas in Kalifornien einen Marschflugkörper abgefeuert. Dieser hatte nach Angaben des Pentagons sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise erreicht. Der Test wäre nach dem INF-Vertrag verboten gewesen, der jedoch seit Anfang August nicht mehr gilt.

Schlagabtausch bei UN

Das Abkommen untersagte beiden Seiten Produktion, Tests und Besitz von bodengestützten ballistischen Raketen und Marschflugkörpern mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern. Die USA hatten den INF-Vertrag Anfang Februar zum 2. August gekündigt, weil sie davon ausgehen, dass Russland ihn seit Jahren verletzt.

Dass der US-Marschflugkörper kurz nach Ende des Abkommens abgefeuert wurde, zeigt aus Sicht des Kremls, dass Washington dies lange geplant habe. „Offensichtlich war das keine Improvisation, sondern ein weiteres Glied in der Kette längst geplanter und durchgeführter Aktionen“, sagte Putin. Bei einem verbalen Schlagabtausch im UN-Sicherheitsrat hatten die USA ihren Test verteidigt. Russland habe den Bruch des INF-Vertrags selbst herbeigeführt, sagte der amtierende US-Botschafter Jonathan Cohen. Man habe in den vergangenen Jahren trotz der Verletzung des Abkommens durch Russland versucht, dieses zu erhalten. Stattdessen habe Moskau ein Mittelstreckensystem namens SSC-8 (Russisch: 9M729) erprobt. dpa

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