Politik

USA Präsident Trump äußert sich zu Skandal

Rätselraten um Zahlung an Pornostar

Archivartikel

Washington.US-Präsident Donald Trump hat seinen Anwalt Michael Cohen nach Darstellung seines neuen Rechtsberaters Rudy Giuliani entschädigt, nachdem Cohen 130 000 US-Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels gezahlt hatte. Das Geld sei über eine Anwaltskanzlei geflossen, „und der Präsident hat es zurückgezahlt“, sagte Giuliani dem Sender Fox News. Trump selbst und seine Sprecherin Sarah Sanders hatten zuvor erklärt, Trump habe von der Zahlung nichts gewusst. Der Präsident selbst lieferte gestern eine neue Erklärung: Bei der Rückzahlung an Cohen habe es sich um eine monatliche Abschlagszahlung für den Anwalt gehandelt. Mit diesem Geld sei er in das Stillhalteabkommen mit der Pornodarstellerin eingetreten. Dies sei ohne Wissen und Beteiligung der Wahlkampforganisation Trumps geschehen. „Geld aus dem Wahlkampf oder Wahlspenden haben dabei keine Rolle gespielt“, schrieb Trump.

Mit dieser Schilderung – sollte er sie glaubhaft untermauern können – schlägt Trump zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits wehrt er Vorwürfe ab, bei der Zahlung Cohens handele es sich um eine illegale Wahlkampfunterstützung. Andererseits ist seine frühere Behauptung nicht zu widerlegen, dass er von dem Schweigegeld nichts gewusst habe.

Mögliche Affäre 2006

Vorsichtshalber wies Trump noch einmal darauf hin, dass Schweigegeld-Vereinbarungen unter Prominenten und Reichen üblich seien. Die Vereinbarung mit Stormy Daniels sei voll in Kraft, und Verstöße gegen ihre Einhaltung würden rechtlich verfolgt, schrieb der Präsident. Daniels hatte die Vereinbarung bewusst gebrochen und über eine sexuelle Affäre mit Trump berichtet.

Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, hatte 2006 nach eigener Aussage Sex mit Donald Trump – kurz nachdem dessen Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht hatte. Trump bestreitet das weiterhin. dpa