Politik

Hambacher Forst Moratorium im Braunkohlerevier abgelaufen

Räumung geht weiter

Archivartikel

Kerpen.Im Braunkohlerevier Hambacher Forst setzen die Behörden die Räumung von Baumhäusern der Aktivisten fort. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums wurden gestern die ersten Räumungsverfügungen nach dem mehrtägigen Moratorium ausgesprochen. Nach dem Unfalltod eines 27 Jahre alten Journalisten hatte die Landesregierung die Räumung der Baumhütten am vergangenen Mittwoch vorerst gestoppt.

Umweltaktivisten haben gestern eine Kohlebahn im Tagebau Hambach blockiert und so die Kohle-Zufuhr in zwei nahegelegene Kraftwerke unterbrochen. Acht Aktivisten hätten sich in beiden Richtungen unterhalb der Gleise im Braunkohlerevier verkettet, teilte ein Sprecher des Energiekonzerns RWE mit.

Die Rodung des Waldgebietes ist nach Einschätzung der Umweltorganisation Greenpeace nicht kurzfristig nötig, um den Abbaubetrieb aufrecht zu erhalten. RWE würde daher mit einer Rodung möglicherweise gegen geltendes Recht verstoßen, erklärte die von Greenpeace beauftragte Rechtsanwältin Cornelia Ziehm gestern in Berlin. Laut den rechtlichen Bestimmungen sei eine Rodung nur erlaubt, sobald sie für den Betrieb „unerlässlich“ sei. dpa