Politik

1. Mai-Kundgebungen Proteste überwiegend im Internet

Regeln für Homeoffice gefordert

Archivartikel

Berlin.Mit einem vor allem im Internet organisierten Protest haben Gewerkschaften zum 1. Mai vor Einschnitten zulasten von Beschäftigten gewarnt. „#SolidarischNichtAlleine“ lautete das Motto, unter dem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit Musik und Videoschalten den 1. Mai beging. Die SPD-Spitze forderte ein Recht auf Homeoffice mit klaren Regeln: Mittelfristig müsse stärker darauf geachtet werden, wie die Arbeitsplätze zuhause ausgestattet seien.

„Eigentlich müssten alle Arbeitgeber zum Beispiel zuhause nachprüfen, ob der Stuhl überhaupt geeignet ist“, sagte SPD-Chefin Saskia Esken. „Jetzt herrscht eine Art Ausnahmezustand, aber mittelfristig muss es ein Recht auf Homeoffice mit klaren Regeln geben.“ Ein Recht darauf will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gesetzlich verankern und bis Herbst einen Entwurf vorlegen.

Kleinere Kundgebungen

„Ich warne die Unternehmen dringend davor, die Krise jetzt für zusätzlichen Arbeitsplatzabbau zu missbrauchen“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann. „Wenn es wieder bergauf geht, werden ihnen diese Fachkräfte fehlen.“

Alle acht Mitgliedsgewerkschaften und alle DGB-Bezirke mobilisierten im Netz. Es gab nur vereinzelte und kleine Kundgebungen, bei denen Gewerkschaftler dann Atemmasken trugen. 

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