Politik

UN Weltweit 65,5 Millionen Menschen vertrieben

Rekord bei Flüchtlingen

Genf.Noch nie waren auf der Welt so viele entwurzelt: 65,5 Millionen Menschen flohen im vergangenen Jahr vor Krieg, Gewalt und Verfolgung, 300 000 mehr als 2015. Allein in Syrien mussten demnach zwei Drittel der Einwohner ihre Heimat verlassen, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) gestern in Genf. Darunter waren 22,5 Millionen Menschen, die über Grenzen gingen und 40,4 Millionen Vertriebene, die in einem anderen Teil ihrer Heimatländer Unterschlupf fanden. Jede Minute des Jahres mussten irgendwo auf der Welt 20 Menschen fliehen. Jeder 113. Mensch auf der Welt war ein Flüchtling. Seit 1997 hat sich die Flüchtlingszahl damit praktisch verdoppelt.

Vier von fünf Flüchtlingen haben in Ländern Aufnahme gefunden, die selbst kaum das Nötigste haben. "Dies ist keine Krise der reichen Welt, sondern eine Krise der Entwicklungsländer", betonte der Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi. Deutschland rangiert mit 670 000 Flüchtlingen der UNHCR-Berechnung zufolge nach Ländern wie der Türkei, Pakistan, Uganda und Äthiopien auf Platz acht. dpa