Politik

NS-Opfer

Rentenrückzahlung verlangt

Archivartikel

Berlin.Der Tod von Ludwig Baumann, einem der bekanntesten Deserteure aus Adolf Hitlers Wehrmacht, bringt die Bundesregierung in Erklärungsnot. Trotz erlittenen Unrechts wurde ihm zuletzt die NS-Opferrente gekürzt – weil er seit 2017 in einem Pflegeheim lebte. Seinem Sohn flatterte deshalb eine Zahlungsforderung über 4100 Euro ins Haus. Was kaum bekannt ist: Müssen die Überlebenden in ein Pflegeheim, kann die Opferrente um fast die Hälfte gekürzt und in ein „Heimtaschengeld“ umgewandelt werden. Bei Baumann wurden 352 Euro monatlich festgesetzt.

Das Ganze sei in hohem Maße unwürdig, so Günther Knebel von der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz. Zumal erst im Jahr 2002 Deserteure offiziell rehabilitiert worden seien, 2009 dann auch wegen Kriegsverrats verurteilte Wehrmachtssoldaten. dpa