Politik

Soziales Rückläufige Lohnentwicklung und schlechtere Arbeitsmarktzahlen lassen Bezüge sinken / Günstigere Prognose für 2022

Rentner müssen 2021 mit einer Nullrunde rechnen

Archivartikel

Berlin.Die Corona-Pandemie geht auch an der gesetzlichen Rentenversicherung nicht spurlos vorüber. Nach einer kräftigen Erhöhung ihrer Bezüge im Juli müssen sich die Senioren deshalb im kommenden Jahr auf eine Nullrunde einstellen. 2022 soll es aber wieder spürbar aufwärtsgehen. Das machte der Vorstandschef der Deutschen Rentenversicherung, Alexander Gunkel, am Mittwoch auf einer Videokonferenz in Berlin deutlich.

„Die Rentenversicherung ist in Krisenzeiten gut aufgestellt“, erklärte Gunkel. Auch deshalb werde der Beitragssatz zur Rentenversicherung (18,6 Prozent vom Bruttolohn) im nächsten Jahr stabil bleiben. Gunkels Prognose im Hinblick auf das Rentenniveau klang ebenfalls positiv. Für 2021 rechnet man hier mit einem Anstieg von 48,2 auf 49,8 Prozent.

Tatsächlich bringt das den Rentnern aber keinerlei Vorteil. Denn im konkreten Fall erhöht sich dieses Niveau nicht aufgrund steigender Altersbezüge, sondern wegen krisenbedingt sinkender Löhne. Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis einer gesetzlichen Durchschnittsrente nach 45 Beitragsjahren zum jeweils aktuellen Durchschnittslohn. Wegen der verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie wird die Gesamt-Lohnsumme in diesem Jahr zurückgehen. Das hat vor allem mit der massenhaft genutzten Kurzarbeit zu tun. Im Ergebnis wirkt sich dies dämpfend auf die Rentenanpassung im kommenden Jahr aus.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: die 2020 absehbar höhere Arbeitslosigkeit. Wenn die Zahl der Beschäftigten und damit der Beitragszahler im Verhältnis zur Zahl der Rentner sinkt, dann wirkt sich das im Folgejahr ebenfalls negativ auf die Rentenanpassung aus. Nach den Vorausberechnungen der Rentenversicherung müssten die Altersbezüge 2021 unter dem Strich deshalb eigentlich sogar um 4,1 Prozent im Westen gekürzt werden. Doch davor schützen gesetzliche Regelungen.

Für Ruheständler in den alten Bundesländern ergibt sich „voraussichtlich“ eine Nullrunde im kommenden Jahr, wie Gunkel erläuterte. Im Osten wird von einer leichten Rentenanhebung um 0,72 Prozent ausgegangen. Im laufenden Jahr waren die Renten in den alten Ländern um 3,45 Prozent gestiegen, in den neuen Ländern um 4,2 Prozent. Mit einer höheren Anpassung rechnet die Rentenversicherung für das Jahr 2022. Im Westen könnten die Altersbezüge dann um 4,8 und im Osten um 5,6 Prozent zulegen.

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