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Respektabel

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Es ist ein ordentliches Ergebnis, mit dem CDU-Landeschef Thomas Strobl im Amt bestätigt wurde. Ob sich die Reihen bei den Christdemokraten im Südwesten jetzt schließen werden, muss jedoch bezweifelt werden.

Strobl hat trotz der anhaltenden Kritik an seiner Person sein Ergebnis im Vergleich zur Wahl im Jahr 2017 etwas steigern können. Das stärkt ihm zunächst einmal den Rücken. Jedoch kam ihm dabei der Umstand zugute, dass bald die Kommunal- und Europawahlen anstehen. Und im Vorfeld gibt sich vor allem eine konservative Partei wie die CDU diszipliniert und beschädigt ihr Spitzenpersonal nicht. Geschlossenheit und die Vermeidung innerparteilicher Machtkämpfe sind schließlich das A und O für einen erfolgreichen Wahlkampf.

Diesen Umstand nutzte Strobl schon bei der Terminierung des Parteitags und ließ sich ein halbes Jahr früher im Amt bestätigen, als ursprünglich geplant. Weiter war sein Hinweis, dass die Wahl des Landesvorsitzenden nicht über die Spitzenkandidatur entscheidet, ein Entgegenkommen an seine Kritiker. Auch dieser Kniff dürfte ihm noch die eine oder andere Stimme mehr gebracht haben.

Trotzdem: Schneidet die Südwest CDU bei den Wahlen Ende Mai schlecht ab, wird die Diskussion rund um seine Person und die Spitzenkandidatur wieder Fahrt aufnehmen. Will Strobl 2021 Kretschmann tatsächlich im Amt des baden-württembergischen Ministerpräsidenten beerben, muss er noch zulegen, sein Profil schärfen und die Reihen in der Südwest-CDU nachhaltig schließen.

Vor allem muss es ihm auch gelingen, seine Partei klarer von den Grünen und dem nach wie vor extrem beliebten Kretschmann abzusetzen. Nur dann trauen die Bürger den Christdemokraten auch wieder zu, dass sie an der Spitze die Regierung anführen. Gelingt Strobl all dies, hat er eine reelle Chance, nächster Ministerpräsident zu werden. Gelingt es ihm nicht, dürfte es ihn schon die CDU-Spitzenkandidatur kosten.

 
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