Politik

Leni Breymaier gibt sich kämpferisch

Rhein-Neckar: Lars Castellucci will SPD-Landeschef werden

Rhein-Neckar/Stuttgart.Der in Heidelberg geborene und für den Wahlkreis Rhein-Neckar im Bundestag sitzende SPD-Politiker Lars Castellucci will Landesvorsitzender der Sozialdemokraten werden. Das teilte er am Samstag auf einer Konferenz der SPD-Kreisvorsitzenden in Stuttgart und auf seiner Internetseite. Damit tritt Castellucci offen in Konkurrenz zu SPD-Landeschefin Leni Breymaier, die die Partei im Land seit rund zwei Jahren führt.

Breymaier will ungeachtet ihres Gegenkandidaten um den Landesvorsitz der Partei weitermachen. "Ich werde dem Landesvorstand empfehlen, die beiden Kandidaturen in einem Mitgliederentscheid klären zu lassen", sagte die 58-Jährige am Samstag in Stuttgart. "Ich habe da auch Lust weiterzumachen. Weil fertig ist man da nicht in zwei Jahren." Die SPD-Landesgeschäftsstelle soll ein Konzept zum Mitgliederentscheid erarbeiten, über das der Landesvorstand in der kommenden Woche entscheiden soll, wie ein SPD-Sprecher sagte. Breymaier sieht die Konkurrenz nach eigenem Bekunden auch als Ansporn: "Jetzt habe ich einfach auch jemanden, an dem ich mich abarbeiten kann."

"Die Lage der SPD in Baden-Württemberg lässt sich nicht schönreden, aber sie lässt sich ändern", schreibt indes Lars Castellucci in seiner öffentlichen Erklärung. Notwendig sei eine SPD, "die strategisch und organisatorisch voll auf der Höhe der Zeit" sei. Weiter schreibt Castellucci wörtlich: "Eine SPD, die Wahlen gewinnen will – und so aufgestellt ist, dass sie Wahlen gewinnen kann. Damit es wieder vorwärts geht."

Der 44-jährige Castellucci ist derzeit stellvertretender Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg. SPD-Landeschefin Leni Breymaier hatte die Herausforderung in einer offiziellen Mitteilung zunächst begrüßt. "Ich freue mich über die ehrliche Kandidatur von Lars Castellucci", sagte die 58-Jährige. "Jetzt haben wir die Chance, auf offener Bühne vor und mit unseren Mitgliedern zu debattieren, wenn nötig auch zu streiten, welchen Weg wir mit unserer Landes-SPD einschlagen wollen."

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