Politik

Verfahren Thilo Sarrazin sieht seinen Ruf gefährdet

Richter wirbt für Vergleich

München.Im Streit zwischen dem früheren Berliner Finanzsenator und Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin und dessen altem Verlag hat der Richter am Landgericht München I für eine gütliche Einigung geworben. Sarrazin wirft dem Verlag Random House Rufschädigung vor, weil dieser sein neues Werk nicht mehr habe veröffentlichen wollen. Dabei habe er geliefert, was der Verlag bestellt habe, sagte Sarrazin gestern.

Die Gegenseite argumentiert, das Manuskript habe sich – wie jedes Werk des umstrittenen Autors – als sehr arbeitsintensiv erwiesen, weil etwa Fußnoten hätten geprüft werden müssen. In der damaligen Fassung sei es nicht publikationsfähig gewesen. Beide Seiten hatten die Zusammenarbeit beendet. Das Gericht will jetzt einen Vergleichsvorschlag erarbeiten. Zur Debatte steht, was mit dem Vorschuss passiert und ob die Parteien eine gemeinsame Erklärung zum Ende der Zusammenarbeit abgeben. Sarrazin hatte das Buch seinem alten Verlag im Februar übergeben und pochte auf eine Veröffentlichung Ende August. Das Werk trägt den Titel „Feindliche Übernahme – wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“ und soll nun am 30. August im Finanzbuch Verlag (Münchner Verlagsgruppe) erscheinen. Der langjährige SPD-Politiker hatte mit seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ und Thesen zur Einwanderung 2010 Entrüstungsstürme ausgelöst. dpa