Politik

Röttgen sieht Schwächung der Nato

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat die US-Entscheidung zum Abzug Tausender Soldaten aus Deutschland kritisiert. Die USA erreichten damit „genau das Gegenteil dessen“, was US-Verteidigungsminister Mark Esper als Begründung nenne, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). „Statt der Stärkung der Nato führt der Truppenabzug zu einer Schwächung des Bündnisses. Die Schlagkraft des US-Militärs wird nicht erhöht, sondern verringert, gerade mit Blick auf Russland und militärische Dauerkonflikte im Nahen- und Mittleren Osten.“

Natürlich leisteten US-Soldaten auch einen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands, sagte Röttgen, „aber in erster Linie dient Deutschland den USA als logistische Drehscheibe für die eigene internationale Militärpräsenz“. „Ich habe immer betont, dass US-Soldaten in Deutschland willkommen sind und gehofft, dass ein Truppenabzug verhindert werden kann.“

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) bedauerte am Mittwoch in Mainz den angekündigten US-Truppen-Abzug vom Stützpunkt in Spangdahlem. Das sei ein schwerer Schlag für die Eifelregion, betonte der Minister – sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch mit Blick auf die in Jahrzehnten aufgebauten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Rheinland-Pfälzern und Amerikanern. „Leider müssen wir uns auch auf den Verlust von deutschen Arbeitsplätzen einrichten“.

Für die europäischen Verbündeten kommen die Ankündigungen zum Teilabzug von Truppen aus Deutschland nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nicht überraschend. „Die Vereinigten Staaten haben sich vor der heutigen Bekanntmachung eng mit allen Nato-Alliierten beraten“, teilte der Norweger am Mittwoch mit. Die Ankündigung unterstreiche „das anhaltende Engagement der Vereinigten Staaten für die Nato und die europäische Sicherheit“. dpa

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