Politik

Reaktionen Kritik an rauem Umgang mit Politikern

Ruf nach Respekt

Archivartikel

Palermo.Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat nach dem Rücktritt von Andrea Nahles als SPD-Chefin den rauen Umgang mit und unter Politikern kritisiert. „Ich glaube schon, dass wir dringend eine Erneuerung unserer politischen Kultur brauchen“, sagte er am Montag bei einem Besuch in Palermo. Verantwortung trügen aber nicht nur die Politiker und Parteien. „Das bezieht sich auf unsere Gesellschaft insgesamt. Es kann nicht sein, dass Politiker der Abfallkübel der Nation sind.“

Für Frauen noch härter?

Auch Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat einen faireren Umgang in der Politik gefordert. „Politik ist nicht nur ein wahnsinnig hartes Geschäft, sondern ich weiß selber, dass es auch immer nochmal besondere Härten gibt, wenn man weiblich ist“, sagte Baerbock am Montag in Berlin. Sie habe großen Respekt vor der Konsequenz, mit der Nahles „das jetzt für sich abschließt“.

Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber beklagte eine zunehmende Härte und Brutalität in politischen Auseinandersetzungen. „Der Erwartungsdruck in der Politik ist heute härter als im Profisport. Die Fan-Kurve in der Politik ist kleiner, ungeduldiger und sprunghafter“, sagte er. Mittels sozialer Medien könnten in kurzer Zeit gewaltige Stimmungswellen erzeugt werden, die politisches Arbeiten immer schwieriger machten. „Ich sehe in einer Turbo-Emotionalisierung eine echte Belastung für planvolle Sachpolitik. Die Anonymität fördert die Brutalität, der Populismus die Spaltung, und Kompromisse werden kaum mehr akzeptiert“, sagte Huber. 

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