Politik

Sängerin Silke Hauck: "Wir Künstler waren die ersten, die betroffen waren"

Archivartikel

Seit Mitte März ist alles vorbei, da habe ich überhaupt keine Auftritte mehr. Wir Künstler waren die ersten, die betroffen waren von Veranstaltungsabsagen, als es noch gar kein Verbot gab – und wir werden wohl die Letzten sein, die wieder loslegen dürfen. Das bedeutet derzeit praktisch ein Berufsverbot. Feste, Konzerte, Hochzeiten, Firmenfeiern – alles abgesagt, reihenweise. Und da alles wegen höherer Gewalt abgesagt ist, gibt es auch keine Ausfallgagen.

Ich bin derzeit arbeitslos. Und es wird wohl auch in naher Zukunft keine Auftritte geben, fürchte ich. Mancher meiner Kollegen machen ja jetzt Auftritte im Internet, streamen ihre Konzerte. Da hat man dann zwar wenigstens etwas zu tun – spielt aber umsonst. Für die Zukunft ist das nicht gut – das Publikum sollte schon Auftritte wertschätzen und dafür zahlen, sonst fehlen uns auf Dauer alle Einnahmen! Beim Bäcker gibt es die Brötchen doch auch nicht ohne Geld. Ein positives Beispiel ist die Stadt Weinheim, die uns für Auftritte beim „Burgenstream“ etwas überweisen will. Ganz toll – aber leider eine große Ausnahme!

Weil ich im März noch auf einer Hochzeit gespielt und wenigstens ein bisschen Geld bekommen habe, stellte ich jetzt den Antrag auf Soforthilfe für die Monate April bis Juni. Aber was danach ist, weiß ich nicht – da sieht es ganz düster aus. Kulturveranstaltungen wird es sicher immer noch nicht geben. Vielleicht kann ich Gesangsunterricht geben. Ich hoffe, dass sich noch irgendetwas auftut – ich muss ja von irgendetwas leben. pwr

Silke Hauck, Jazz-, Pop- und Soulsängerin, Mannheim

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