Politik

Schäuble: Konflikt war dramatisch

Nach der abgewendeten Regierungskrise hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) den unionsinternen Streit in der Flüchtlingspolitik als „dramatisch“ beschrieben. „Die Fraktionsgemeinschaft war in Gefahr“, sagte er der Funke Mediengruppe. Deswegen habe er in einer Sitzung an den historischen Streit von Kreuth 1976 erinnert. „Wenn CDU und CSU sich trennen würden, hätte das schwerwiegende Folgen, nicht nur für die Union, sondern für die Stabilität dieser Republik.“ Schäuble sagte weiter: „Der Konflikt war dramatisch.“

Anlass des Streits war der Plan der CSU, alle Asylbewerber an der Grenze abzuweisen, die in der EU bereits registriert sind. CSU-Chef und Innenminister Horst Seehofer geht von maximal fünf Fällen am Tag aus.

Auf die Frage, ob Seehofer noch vertrauensvoll mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammenarbeiten könne, sagte Schäuble: „Letztlich ringen beide um dieselben Fragen. Wenn man das weiß und sich auf eine gemeinsame Grundlage verständigt, dann kann man auch zu Lösungen kommen. Aber die Lasten, die man in persönlichen Verhältnissen mit sich trägt, sind manchmal nicht ganz leicht.“ dpa

Kommentar „Jedes Maß verloren“