Politik

Russland Gericht wandelt Haft zu Bewährungsstrafe ab

Schauspieler kämpft um Freispruch

Moskau.Trotz massiver Proteste gegen ungerechte Urteile bleibt die russische Justiz im Fall des Schauspielers Pawel Ustinow bei ihrem Schuldspruch. Zwar ist der 23-Jährige auf freiem Fuß. Aber ein Berufungsgericht in Moskau milderte am Montag die dreieinhalb Jahre Straflager wegen Teilnahme an nicht genehmigten Protesten und wegen Gewalt gegen einen Polizisten lediglich ab. Eine Schuld Ustinows sah das Gericht als erwiesen an – und wandelte die Haft in eine Bewährungsstrafe um. Ustinows Anwälte betonten, dass es weiter keine Beweise gegen den Schauspieler gebe.

Zwar begutachtete das Gericht ein Video von dem Vorfall am 3. August. Damals gab es in Moskau nicht erlaubte Proteste gegen den Ausschluss Dutzender Oppositioneller von der Stadtratswahl. Das Gericht richtete sich dennoch einmal mehr nach den Aussagen des Uniformierten Alexander Ljagin, der Ustinow belastete. Der Schauspieler soll Ljagin die Schulter verrenkt haben.

Video zeigt Übergriff der Polizei

Auf dem Video ist dagegen zu sehen, wie eine Gruppe von Uniformierten den Schauspieler, der auf der Straße steht und telefoniert, packt. Dann werfen ihn die Männer zu Boden. Der Beamte Ljagin begründete die Aktion vor Gericht nun damit, dass Ustinow deshalb die Aufmerksamkeit auf sich gezogen habe, weil er eine schwarze Lederjacke angehabt und auf sein Telefon geschaut habe. Schon das reiche offenbar aus, um unschuldige Menschen zu verurteilen, kommentierte der Kremlkritiker Alexej Nawalny. Der Gegner von Präsident Wladimir Putin hatte am Sonntag Zehntausende Menschen in Moskau auf die Straße gebracht zu einer Kundgebung für die Freilassung politischer Gefangener. dpa

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