Politik

Verordnungen Die Länder greifen im Kampf gegen das Coronavirus zu verschiedenen Einschränkungen

„Schonungslose Analyse“

Archivartikel

Berlin.

In Bayern ist das Verlassen der eigenen Wohnung ab Samstag zur noch mit triftigem Grund erlaubt – etwa für den Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche und Hilfe für andere. Sport und Bewegung an der frischen Luft sind nur allein erlaubt oder mit den Menschen, mit denen man zusammenlebt.

Eine bundesweite Ausgangssperre versucht die Bundesregierung dennoch weiter zu vermeiden. Regierungssprecher Steffen Seibert ermahnte die Bürger eindringlich, sich nicht mehr in Gruppen zu treffen. Andernfalls werde man möglicherweise zu weiteren Mitteln greifen. Am Sonntagabend werde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder eine „schonungslose Analyse“ vornehmen.

In Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Hamburg und Hessen werden ab Mitternacht zudem die Restaurants, Biergärten und Cafés für Gäste geschlossen.

Mindestens 10 000 Todesfälle

Das Coronavirus hat nach den Daten aus offiziellen Statistiken weltweit schon mehr als 10 000 Menschen den Tod gebracht. Die Johns Hopkins Universität in den USA führte in ihrer Liste am Freitagmittag 10 038 Tote. Experten schätzen, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt. Mehr als 246 000 Menschen infizierten sich den Daten zufolge bisher mit dem Erreger Sars-CoV-2 – ein großer Teil von ihnen ist längst gesund oder hat kaum oder keine Symptome.

Weltweit haben sich die nachgewiesenen Infektionsfälle laut Weltgesundheitsorganisation innerhalb von nur zwölf Tagen verdoppelt. Es habe etwa drei Monate gedauert, bis die ersten 100 000 nachgewiesenen Fälle bekannt waren. Die zweiten 100 000 Fälle seien innerhalb von zwölf Tagen erreicht worden. Wie sich die Zahlen angesichts der teils drastischen Bewegungseinschränkungen in vielen Ländern weiter entwickeln, sei schwer vorherzusagen.

Viele Menschen in Deutschland werden ihren Alltag angesichts der Corona-Krise in den kommenden Tagen noch weiter einschränken müssen. Zudem sollen vielerorts Restaurants und Kneipen für Gäste geschlossen werden, Take-away und Lieferservice bleiben aber möglich. Viele Menschen müssen zudem auf ihren Osterurlaub verzichten. In der Bundesregierung bereitet man sich zudem darauf vor, möglicherweise große Unternehmen zu retten – und dafür auch besondere Notfallregelungen in Kraft zu setzen.Die Reisewarnung der Bundesregierung wurde daher auf die Osterferien ausgeweitet. Bis Ende April wird von touristischen Auslandsreisen abgeraten. „Das ist für viele schmerzlich, aber absolut notwendig. Bleiben Sie zu Hause!“, schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD). Reisewarnungen gibt es normalerweise nur bei Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Bürgerkriegsländer wie Syrien, Afghanistan oder den Jemen. Sie können kostenlose Stornierungen ermöglichen. dpa

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