Politik

Corona UN-Büro appelliert an Regierungen

Seeleute sitzen fest

Archivartikel

Genf.Rund 400 000 Seeleute dürfen wegen der Corona-Reiserestriktionen nicht an Land kommen und sind teils seit 17 oder mehr Monaten auf See. Das UN-Büro für Menschenrechte verurteilte das am Dienstag in Genf als unmenschlich. Internationale Arbeitsstandards erlauben einen ununterbrochenen Aufenthalt an Bord von höchstens elf Monaten. Das Büro appellierte an alle Regierungen, Lösungen zu finden.

Betroffen seien Seeleute auf Container- und anderen Frachtschiffen, aber auch auf Fischkuttern sowie Öl- und Gasplattformen. Die seelische Gesundheit der Menschen würde beeinträchtigt, ebenso wie die Menschenrechte auf Bewegungsfreiheit und das Recht auf ein Familienleben. Gewerkschaften hätten vorgeschlagen, diese Seeleute als „Schlüsselarbeiter“ zu deklarieren, für die weniger strikte Reisebeschränkungen gelten. Betroffen sein dürften auch an Land rund 400 000 Seeleute , die nicht zu ihren Arbeitsplätzen kommen und folglich kein Geld verdienen können.

Alfred Hartmann, Präsident des Verbands Deutscher Reeder rief Unternehmen auf, Druck zu machen. „Es geht um die Gesundheit unserer Seeleute. Es geht um die Sicherheit der Versorgung. Es geht um die Arbeitsplätze in den Fabriken, die ohne Lieferungen nicht weitermachen können.“ 

Zum Thema