Politik

Venezuela Militär hält weiterhin zu Machthaber Nicolás Maduro

Seeweg nach Curaçao dicht

Archivartikel

Caracas.Venezuelas Armee steht laut Verteidigungsminister Vladimir Padrino López uneingeschränkt loyal hinter Staatschef Nicolás Maduro. Das Militär hat nur einen Präsidenten, zitierte die Tageszeitung „El Nactional“ den Minister. Es werde weder eine Marionettenregierung noch Befehle irgendeiner ausländischen Regierung oder Macht akzeptieren, sagte Padrino López in einer Rede am Dienstag. Zu den blockierten Hilfslieferungen aus benachbarten Ländern sagte der Minister, das Militär sei wachsam, damit die Grenze nicht verletzt werde.

Seit mehr als einer Woche stehen an der Grenze Kolumbiens zu Venezuela Lastwagen mit Hilfsgütern bereit. Das venezolanische Militär lässt sie auf Geheiß Maduros nicht ins Land. Maduro hält die humanitäre Hilfe für einen Vorwand für eine militärische Intervention. US-Präsident Donald Trump forderte Venezuelas Armee auf, die Hilfsgüter passieren zu lassen. Er drohte dem Militär, es werde alles verlieren, wenn es Maduro weiter unterstütze.

Die Unterstützung des Militärs ist in dem Machtkampf entscheidend. Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó appelliert immer wieder an die Streitkräfte, die Grenzen zu öffnen und Hilfslieferungen durchzulassen. Soldaten, die Maduro den Befehl verweigern und bei der Wiederherstellung der demokratischen Ordnung mithelfen, hat das von der Opposition kontrollierte Parlament Straffreiheit zugesagt.

Venezuela hat übereinstimmenden Medienberichten zufolge den Luft- und Seeweg zu den niederländischen Karibikinseln Curaçao, Aruba und Bonaire geschlossen. Vor allem Curaçao war zuletzt im Gespräch, eine Drehscheibe für Hilfslieferungen für Venezuela zu werden. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass bisher rund 15 000 Menschen dorthin geflüchtet sind. Curaçao liegt rund 80 Kilometer von Venezuela entfernt und ist ein selbstständiges Land im Königreich der Niederlande.

Die kubanische Regierung wies unterdessen Trumps Vorwurf zurück, Militär in Venezuela stationiert zu haben. „Unsere Regierung lehnt diese Verleumdung in seiner stärksten und kategorischsten Form ab“, sagte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez. Trump hatte Maduro am Montag bei einer Rede in Miami als „kubanische Marionette“ bezeichnet und gesagt, der Inselstaat habe Militär in Venezuela. dpa