Politik

Iran US-Präsident Donald Trump will mit neuen Sanktionen den Widerstand der Teheraner Führung brechen

„Sie gehen durch die Hölle“

Archivartikel

Washington/Teheran.US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf den Iran, schon bald soll es neue Sanktionen geben. Auch die militärische Option lässt er auf dem Tisch. Gleichzeitig bietet Trump dem Iran aber wirtschaftliche Entwicklung an – das Konzept versagte schon bei Nordkorea. Trump kündigte für diesen Montag „bedeutende zusätzliche Sanktionen“ an. Auf Twitter schrieb der US-Präsident, er freue sich auf den Tag, an dem die Sanktionen wieder aufgehoben würden. Der Iran müsse sich dafür dazu verpflichten, auf Dauer keine Atomwaffen zu bauen.

Offen blieb zunächst, welche neuen US-Sanktionen kommen sollen. Trump sagte, bereits die derzeitigen Wirtschaftssanktionen hätten den Iran hart getroffen, nun würden „viele weitere“ folgen. „Iran ist im Augenblick ein wirtschaftliches Chaos, sie gehen durch die Hölle.“

Kommandeur warnt vor Krieg

Trump sagte mit Blick auf Teheran, es könne sehr schnell einen Deal geben. Auch die militärische Option sei „immer auf dem Tisch, bis wir das gelöst bekommen“. An die Adresse der iranischen Führung gerichtet sagte er, sollte sie nicht zu Verhandlungen bereit sein, „könnt Ihr noch lange in einer zerrütteten Wirtschaft leben“. Auf die Frage, ob er Vorbedingen stelle, antwortete der US-Präsident am Sonntag in einem Interview mit NBC: „Nicht, was mich angeht. Keine Vorbedingungen.“

Ein Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) warnte die USA und ihre Verbündeten vor den Folgen eines neuen Golfkrieges. „Falls ein Krieg in der Region ausbrechen sollte, würde alles außer Kontrolle geraten, und kein Land könnte dessen Ausmaß und Dauer mehr in den Griff bekommen“, sagte General Gholam-Ali Raschid. Trumps Sicherheitsberater John Bolton warnte bei einem Besuch in Jerusalem: „Weder der Iran noch andere feindliche Akteure sollten die Vorsicht der USA als Schwäche missverstehen.“ Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), ein Verbündeter der USA in der Golfregion, verlangten eine politische Lösung sowie Verhandlungen, um den Konflikt zu entschärfen.

Die seit Monaten andauernden Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich Ende vergangener Woche gefährlich zugespitzt. Der Iran schoss am Donnerstag eine Aufklärungsdrohne ab, die nach Angaben aus Teheran den Luftraum des Landes verletzt hatte. Nach US-Angaben flog das unbemannte Flugzeug in internationalem Luftraum. Die USA bereiteten danach einen Gegenschlag vor, den Trump nach seinen Worten nur Minuten zuvor stoppte. Er begründete das mit der erwarteten Zahl von 150 Todesopfern im Iran.

Trump verteidigte seine Entscheidung am Samstag. Der Tod so vieler Menschen wäre unverhältnismäßig gewesen im Vergleich zum Abschuss eines unbemannten Flugzeugs. Ich will nicht 150 Iraner töten“, sagte der US-Präsident.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani forderte internationale Konsequenzen wegen der angeblichen Verletzung des iranischen Luftraums durch die US-Drohne. Sein Land erwarte „von der internationalen Gemeinschaft eine angemessene Reaktion“, sagte Ruhani.

US-Streitkräfte führten nach einem Bericht der „Washington Post“einen Cyber-Angriff gegen die Revolutionsgarden. Demnach habe der Angriff am Donnerstag Computersystemen gegolten, die zum Abschuss und auch zur Kontrolle von Raketen genutzt würden. 

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