Politik

Hartz IV Der Chef der Bundesagentur für Arbeit drängt auf einheitliche Sanktionen für jüngere und ältere Empfänger

Sind schärfere Strafen richtig ?

Wenn Hartz-IV-Empfänger unter 25 Jahren gegen Auflagen verstoßen, werden sie stärker bestraft als Ältere. So kann ihnen die Leistung relativ schnell komplett gestrichen werden, darüber hinaus sind Mietkürzungen möglich. Sind die drastischen Sanktionen für junge Hartz-IV-Empfänger gerechtfertigt?

Pro

Von unserem Redaktionsmitglied Bettina Eschenbacher

Ja, Sanktionen sind wichtig als erzieherisches Mittel. Sie können helfen, lebenslange Hartz-IV-Karrieren zu verhindern. Es geht darum, den jungen Leistungsempfängern klar aufzuzeigen, welches Verhalten positive und welches eben negative Folgen hat. Menschen unter 25 Jahren sind in einem Alter, in dem sie oft noch nicht genau die Wirkung ihrer Aktionen abschätzen können. Eine Sanktion wird erst wahrgenommen, wenn sie drastisch genug ist – nur dann bewirkt sie eine echte Veränderung des Verhaltens.

Kontra

Von unserem Redaktionsmitglied Tatjana Junker

Unterstützung vom Staat gibt es nicht umsonst – das ist ein wichtiges Zeichen, nicht nur für die betroffenen Hartz-IV-Empfänger, sondern auch für die Steuerzahler. Das heißt in diesem Fall: Wer grob gegen die Vorgaben verstößt, bekommt spürbar weniger Geld. Es muss aber nicht gleich das Zurückfahren der Leistungen auf Null sein, wie es das Gesetz momentan vorsieht. Das bedroht schnell die Existenz der Betroffenen. Eine gestaffelte Kürzung der Leistungen dagegen ist sinnvoll. Allerdings nur, wenn sie von einem Förderangebot begleitet wird, das den jungen Menschen nachhaltige Perspektiven in der Arbeitswelt aufzeigt.

Zum Thema