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Skepsis bei AKK - stärkerer Linkskurs würde SPD helfen

Archivartikel

Erhebliche Skepsis gibt es an der Zugkraft Annegret Kramp-Karrenbauers für die CDU. Der SPD würde nach Meinung der Befragten ein stärkerer Linkskurs guttun. Der Klimawandel und das Thema Flüchtlinge sind in den Augen der Deutschen die wichtigsten Probleme. 

CDU-Zukunft mit Annegret Kramp-Karrenbauer

Ganz erhebliche Skepsis gibt es an der Zugkraft Annegret Kramp-Karrenbauers für die CDU: Lediglich 19% aller Deutschen und auch nur 34% der Unions-Anhänger glauben, dass Kramp-Karrenbauer die CDU als Parteivorsitzende erfolgreich in die Zukunft führen kann, 71% aller Befragten und selbst 57% der Unions-Anhänger sind dahingehend pessimistisch.   

SPD: Politischer Kurs und Verbleib in der Bundesregierung

Für die SPD, so 50% aller Befragten, wäre es jetzt besser, in die Opposition zu gehen, 42% raten zum Verbleib in der Bundesregierung. Die SPD-Anhänger sehen das tendenziell umgekehrt: Hier plädieren mit 52% etwas mehr als die Hälfte für den mittelfristigen Verbleib in der Bundesregierung, 45% der SPD-Anhänger raten jetzt zum Gang in die Opposition.

Inhaltlich empfehlen die Deutschen der SPD zwar mehrheitlich einen stärkeren Linkskurs, bewerten die Konsequenzen dann aber ambivalent: Nach Ansicht von 44% aller Befragten und von 45% der SPD-Anhänger sollten linke Positionen in der SPD zukünftig eine stärkere Rolle spielen, 21% (SPD-Anhänger: 16%) sagen „weniger stark“ und 25% (SPD-Anhänger: 32%) „keine Änderung“. Falls der Kurs der SPD zukünftig tatsächlich stärker nach links geht, wird das der SPD nach Ansicht von 47% aller Befragten (SPD-Anhänger: 48%) eher nutzen und nach Ansicht von 40% (SPD-Anhänger: 41%) eher schaden.   

Beurteilung von Spitzenpolitikern in Deutschland

In den Politbarometer Top 10 gibt es Anfang September keinen einheitlichen Trend und die Veränderungen beim Ansehen der zehn nach Meinung der Deutschen wichtigsten Politiker und Politikerinnen fallen – wenn überhaupt – moderat aus. Bei den Positionen auf der Rangliste gibt es fast keine Veränderungen. Ganz oben steht mit einer etwas verbesserten Bewertung die Bundeskanzlerin: Angela Merkel erreicht auf der +5/-5-Skala (sehr gutes bis sehr schlechtes Ansehen) den Durchschnittswert 1,7. Platz zwei hält weiterhin Robert Habeck (1,5), dann Heiko Maas (0,9) und Olaf Scholz (0,9). Mit etwas Abstand auf Platz fünf folgt Jens Spahn (0,3), dann – bei Bewertungsunterschieden im Hundertstelbereich – Christian Lindner (0,0) und Markus Söder (0,0). Im Schlussdrittel liegen weiterhin Ursula von der Leyen (-0,1), Annegret Kramp-Karrenbauer (-0,2) und Horst Seehofer (-0,5), die jetzt alle drei etwas weniger kritisch als im August eingestuft werden. Bei der Frage, wer überhaupt die wichtigsten deutschen Politiker sind, schafft es Jens Spahn nach gut einem Vierteljahr in den Top 10 aktuell nicht mehr ins Ranking. Wieder dabei, und wie immer im nächsten Politbarometer auch bewertet, ist der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. 

Probleme in Deutschland

Bei der vorgabenfreien Frage nach den wichtigsten Problemen entfallen – bei bis zu zwei möglichen Antworten – 36% aller Nennungen auf den Bereich Klimawandel/Umwelt, gefolgt von Ausländer/Asyl/Integration/Flüchtlinge (27%). Inzwischen sehen zahlreiche Deutsche aber auch im Bereich AfD/Rechte (12%) eines der größten Probleme unseres Landes. Die weiteren wichtigen Themen heißen Rente/Alterssicherung (9%), Soziales Gefälle/Gerechtigkeit/Arm-Reich (9%), Politik(er)verdruss (8%), Bildung/Schule (7%), Mieten/Wohnungsmarkt (6%), Infrastruktur/schnelles Internet (5%) sowie Arbeitsmarkt/Jobs (5%).   

Wirtschaftliche Lage in Deutschland

Im Politbarometer-Wirtschaftsteil werden die aktuelle ökonomische Konstitution der Republik sowie die Privatfinanzen zwar weiter sehr positiv beschreiben. Doch bei den Konjunkturaussichten dominiert inzwischen die Skepsis und die Anzahl der Deutschen, die meint, dass es wirtschaftlich abwärts geht, hat sich in einem Jahr weit mehr als verdoppelt.  

So sprechen 56% (Jul: 53%; Aug: 52%) der Deutschen von einer überwiegend positiven und 6% (Jul: 6%; Aug: 8%) von einer überwiegend negativen Wirtschaftslage, für 37% (Jul: 40%; Aug: 39%) aller Befragten zeigt die ökonomische Gesamtsituation zurzeit gute wie schlechte Seiten. 

Konträr zum positiven Ist-Zustand prognostizieren 46% (Jul: 40%; Aug: 45%) der Deutschen in nächster Zeit einen wirtschaftlichen Abwärtstrend, nur 8% (Jul: 10%; Aug: 9%) rechnen mit einer Aufwärtsentwicklung und 44% (Jul: 47%; Aug: 44%) erwarten in nächster Zeit keine großen wirtschaftlichen Veränderungen. 

Bei der Einschätzung der eigenen Wirtschaftslage überwiegt – ohne große Ost-West-Unterschiede – die gewohnt positive Sichtweise: 68% (Jul: 68%; Aug: 67%) der erwachsenen Deutschen umschreiben ihre Privatfinanzen mit „gut”, 27%“ (Jul: 26%; Aug: 27%) sagen hier „teils-teils“ und 5% (Jul: 6%; Aug: 5%) sprechen von einer schlechten persönlichen Situation bei den Finanzen. 

Brexit: Bewertung, erwartetes Szenario und Folgen

Die Basiseinstellungen zum Brexit sind weitgehend stabil: Ähnlich wie in der Zeit vor dem Wechsel an der Regierungsspitze in Großbritannien Ende Juli finden es auch jetzt mit 77% die meisten Deutschen schlecht, wenn Großbritannien aus der EU austritt, 13% ist das egal und nur 7% finden das gut.  

Der britische Premier Boris Johnson will, dass Großbritannien in jedem Fall zum 31. Oktober aus der EU austritt. Vor diesem Hintergrund rechnen 30% der Deutschen mit einem ungeordneten Brexit ohne Austrittsvertrag, 5% erwarten dann einen geordneten und vertraglich geregelten Austritt und 59% glauben, dass sich die Entscheidung über den Brexit noch längere Zeit verschieben wird.  

Wenn es zu einem ungeordneten Brexit kommt, prognostizieren 59% der Deutschen große (49%) oder sehr große (10%) Probleme für die Europäische Union, 34% meinen dagegen, dass ein No-Deal-Szenario in der EU nur zu weniger großen (30%) oder überhaupt keinen (4%) Problemen führen wird.  

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