Politik

Politbarometer II (November II 2019, KW 48)

Skepsis gegenüber Führungsfähigkeit Annegret Kramp-Karrenbauers

Mit 42% aller Nennungen ist Umwelt/Klimaschutz/Energiewende nach wie vor das wichtigste Problem in Deutschland, im Vergleich zur letzten Umfrage hat es wieder ein wenig an Bedeutung gewonnen (Nov-I: 35%). Auf dem zweiten Platz folgt weiterhin das Thema Flüchtlinge/Ausländer/Integration, das von 21% der Wahlberechtigten genannt wird. Für 16% der Befragten ist Rente/Alterssicherung zurzeit am relevantesten, für 11% Soziale Gerechtigkeit/Soziales Gefälle. Dahinter folgen mit 9% Probleme, die unter dem Stichwort Politik(er)verdruss zusammengefasst werden. 8% nennen AfD/Rechte und 7% Bildung/Schule. Auf jeweils 5% aller Nennungen kommen die Themen Arbeitslosigkeit/fehlende Jobs; Gesundheitswesen/Pflege sowie Infrastruktur – fehlende Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, mangelnde Internet- und ÖPNV-Anbindungen.

Klimawandel: Präsenz des Themas und persönliche Sorgen

Auch wenn der Klimawandel auf der Liste der wichtigsten Probleme am häufigsten genannt wird, sind 41% der Befragten, und damit deutlich mehr als im August (34%) der Meinung, dass es zu viel um dieses Thema geht. Für ein Drittel (32%) ist die Präsenz dieses Themas gerade richtig (Aug: 36%) und für ein Viertel (26%) nach wie vor zu gering (Aug: 29%). Dass der Klimawandel in der öffentlichen Debatte eine zu große Rolle spielt, meinen besonders viele AfD-Anhänger (79%). „Zu wenig“ sagen dagegen 46% der Grünen-Anhänger.

65% aller Deutschen (Aug: 62%) machen sich wegen des Klimawandels große (49%; Aug: 45%) oder sehr große (16%; Aug: 18%) Sorgen, bei insgesamt 34% (Aug: 37%) sind diese Bedenken weniger groß (29%; Aug: 30%) oder überhaupt nicht vorhanden (5%; Aug: 6%). Im Osten der Republik (53%) sind die Sorgen um den Klimawandel geringer als im Westen (68%).

Klimaschutz: Tut die Bundesregierung genug?

Was das Engagement der Bundesregierung für den Klimaschutz betrifft, konstatieren 60% der Deutschen, dass diese zu wenig für den Klimaschutz tut. Für 13% tut die Regierung zu viel und für ein Viertel (24%) sind die Maßnahmen in diesem Bereich gerade richtig. Während im Osten der Republik jeder Fünfte (20%) der Ansicht ist, es wird zu viel und 43% denken, es wird zu wenig getan, sind im Westen nur 12% der Ansicht, dass die Regierung zu viel tut, aber 64%, dass sie zu wenig Maßnahmen ergreift.

Klimawandel: Wirksame Bekämpfung?

Pessimistisch wie schon Ende September sind die Befragten, wenn es darum geht, ob es der Welt gelingen wird, den Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten wirksam zu bekämpfen. Drei Viertel (76%; Sep-II: 75%) haben daran Zweifel, nur 21% sind optimistisch (Sep-II: 22%).

Nach dem CDU-Parteitag: Annegret Kramp-Karrenbauer gestärkt oder geschwächt?

Nach dem CDU-Parteitag am letzten Wochenende sieht nur eine Minderheit aller Befragten die Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer in einer besseren Lage als vorher: 25% aller Befragten sind der Ansicht, sie geht gestärkt aus dem Parteitag hervor, 15% sehen sie eher geschwächt und die Mehrheit von 47% ist der Ansicht, dass ihr Auftritt auf dem Parteitag kaum Folgen hat. Innerhalb der Parteianhängerschaft der Union sieht ein Drittel (34%) sie gestärkt, für 46% gibt es keine Veränderung ihrer Position und 11% sehen sie eher geschwächt.

CDU-Zukunft mit Annegret Kramp-Karrenbauer

Ganz erhebliche Skepsis gibt es auch weiterhin an der Führungsfähigkeit Annegret Kramp-Karrenbauers an der Spitze der CDU: Nicht einmal jeder fünfte Wahlberechtige (18%; Sep-I: 19%) und nur ein Drittel der Unions-Anhänger (32%; Sep-I: 34%) glauben, dass AKK die CDU erfolgreich in die Zukunft führen wird, 74% aller Befragten (Sep-I: 71%) und 62% der Unions-Anhänger (Sep-I: 57%) bezweifeln dies.

Wird AKK Kanzlerkandidatin der CDU/CSU?

Demnach glauben auch nur 36% aller Wahlberechtigten und 35% der CDU/CSU-Anhänger, dass AKK die nächste Kanzlerkandidatin der Union wird, eine Mehrheit von 56% bzw. 58% glaubt nicht, dass die CDU-Vorsitzende Kanzlerkandidatin wird.

CDU/CSU: Zusammenarbeit mit der AfD?

Klare Verhältnisse gibt es bei der Frage, ob sich die Union der AfD öffnen soll: 77% aller Befragten und damit mehr als vor fünf Jahren (Dez 2014: 67%) sind dagegen, dass sich die CDU/CSU für eine politische Zusammenarbeit mit der AfD öffnet, nur 20% sind dafür (Dez 2014: 20%) und lediglich 3% haben dazu keine dezidierte Meinung (Dez 2014: 13%). Bei den Unionsanhängern sprechen sich lediglich 13% für eine Öffnung aus, 85% dagegen. Bei den Anhängern der AfD sind dagegen 96% für eine Öffnung der CDU/CDU hin zu ihrer Partei, lediglich 4% sind dagegen.

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