Politik

CSU Manfred Weber schließt Parteivorsitz aus

Söder geht allein in die Wahl

Archivartikel

München.Nach der Rücktrittsankündigung von CSU-Chef Horst Seehofer steht Markus Söder als Nachfolger praktisch fest: Der bayerische Ministerpräsident kündigte gestern offiziell seine Kandidatur an. An Söders Wahl auf einem Sonderparteitag am 19. Januar besteht nach dem Verzicht denkbarer Gegenkandidaten kein Zweifel – obwohl der 51-Jährige für den CSU-Absturz bei der Landtagswahl vor einem Monat als Spitzenkandidat politisch mitverantwortlich ist.

Am Samstag hatte der einzige weitere ernstzunehmende Anwärter auf den Parteivorsitz, der Europapolitiker Manfred Weber, seinen Verzicht erklärt – wie zuvor schon der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt. Er stehe wegen seiner Spitzenkandidatur bei den europäischen Konservativen (EVP) für die Europawahl „im Moment nicht als Parteivorsitzender zur Verfügung“, schrieb Weber. Andere aussichtsreiche Kandidaten neben Söder sind nicht in Sicht.

Söder kündigte angesichts der schweren CSU-Wahlniederlagen an, die Partei im Team in die Zukunft führen zu wollen. Die nächste Bewährungsprobe ist in Sicht: die Europawahl am 26. Mai 2019. Bei dieser hat mit Weber erstmals überhaupt ein CSU-Politiker Chancen, das Amt des EU-Kommissionspräsidenten zu übernehmen. Söder betonte deshalb auch: „Erste Aufgabe ist es nun, Manfred Weber in der Europawahl mit voller Kraft zu unterstützen.“

Webers EU-Kandidatur ist der Grund, warum er für den CSU-Vorsitz zum jetzigen Zeitpunkt nicht infrage kam. Dabei hatten CSU-Größen wie Ex-Landtagspräsidentin Barbara Stamm durchaus für Weber als Chef plädiert – weil eine Doppelspitze aus Söder und Weber die Volkspartei CSU in ihrer gesamten Breite repräsentieren könne.

„Eine Million brutto“

Währenddessen hat der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, die Angaben zu seinen Einkünften in siebenstelliger Höhe konkretisiert: „Heute verdiene ich rund eine Million Euro brutto“, sagte er am Wochenende. Am Mittwoch hatte Merz bei einem „Bild“-Talk auf die Leserfrage, ob er Millionär sei, geantwortet, er liege jedenfalls nicht darunter und würde sich zur „gehobenen Mittelschicht zählen“. dpa