Politik

Söder und Spahn bei Kanzlerfrage vor Kandidaten-Trio

Könnten alle Deutschen über den Kanzlerkandidaten der Union abstimmen, hätten laut einer Umfrage Markus Söder und Jens Spahn die Nase vorn. Die Politische Stimmung im Überblick.

Politische Stimmung in Deutschland

Veränderungen im Vergleich zur Umfrage vor drei Wochen gibt es bei der politischen Stimmung: Die SPD legt deutlich zu, die FDP verzeichnet ein leichtes Plus, CDU/CSU und die Linke verlieren an Zustimmung. Die AfD und die Grünen bleiben unverändert. Damit erreicht die Union aktuell 38% (-2) und die SPD 20%  (+5). Jeweils 5% erzielen die AfD (+/-0), die FDP (+1) und die Linke (-3). Die Grünen kommen aktuell auf 23% (+/-0), alle anderen Parteien zusammen auf 4% (-1).

Da mit Umfragen aber immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernten Wahltag nicht zulässig.

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Ver­gleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen poli­tischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen die Erkenntnisse über die langfristige, sozialstrukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Berücksichtigt wird dabei auch die fehlende Bekenntnisbereitschaft von den Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums.

Wäre bereits am Sonntag Bundestagswahl, könnte die SPD leichte Gewinne verbuchen, die Union und die Linke würden im Vergleich zur letzten Umfrage schlechter abschneiden. Die Union könnte mit 37% (-1) rechnen, die SPD käme auf 16% (+1), die AfD bliebe bei 9% und die FDP bei 5% (beide unverändert). Die Linke würde 7% (-1) erzielen und die Grünen nach wie vor 20% (+/-0). Alle sonstigen Parteien bekämen zusammen 6% (+1). Damit hat weiterhin sowohl eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen als auch aus CDU/CSU und SPD eine Mehrheit. Für ein Dreierbündnis aus Grünen, SPD und Linke würde es dagegen nicht reichen.

Zufriedenheit mit der Bundesregierung und den Koalitionspartnern

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Regierung ist im Vergleich zu den Vormonaten angestiegen. Auf der Skala von +5 bis -5 wird die gemeinsame Arbeit mit 1,9 bewertet (Okt-I: 1,7; Okt-II: 1,5). Auch die Arbeit der beiden Koalitionspartner im Einzelnen wird besser beurteilt als zuletzt: Die CDU/CSU wird mit 1,7 (Okt-I: 1,6; Okt-II: 1,5) eingestuft, die Arbeit der SPD mit einem Wert von 1,3 (Okt-I: 1,0; Okt-II: 1,0).

Gewünschte Koalition

Wenn die Befragten sich eine Koalition nach der nächsten Bundestagswahl wünschen könnten, entscheiden sich 21% für eine Regierung aus Union und Grünen (Okt-I: 21%; Okt-II: 21%) und 18% für ein Bündnis aus Union und SPD (Okt-I: 14%; Okt-II: 15%), 13% sprechen sich für Rot-Grün aus (Okt-I: 11%; Okt-II: 12%) und 8% für Schwarz-Gelb (Okt-I: 7%; Okt-II: 7%). Jeweils 5% präferieren eine Dreierkonstellation: Rot-Rot-Grün (Okt-I: 6%; Okt-II: 6%) bzw. Schwarz-Rot-Grün (Okt-I: 5%; Okt-II: 3%). Alle anderen Koalitionsmodelle erhalten einzeln jeweils weniger als 5% aller Nennungen und kommen zusammen auf 17% (Okt-I: 17%; Okt-II: 18%), „weiß nicht“ sagen 13% (Okt-I: 19%; Okt-II: 18%).

Beurteilung der Arbeit von Angela Merkel und der Bundesregierung

Höchstwerte gibt es sowohl für die Arbeit der Kanzlerin als auch der Bundesregierung: 86% der Befragten sind mit der Arbeit der Bundeskanzlerin zufrieden (Okt-I: 83%; Okt-II: 84%), 13% sagen, dass sie einen schlechten Job macht (Okt-I: 15%; Okt-II: 15%), 1% äußert sich dazu nicht (Okt-I: 2%; Okt-II: 1%).   (S. 16)

84% sind der Meinung, dass die jetzige Regierung ihre Sache eher gut macht (Okt-I: 82%; Okt-II: 80%), 13% sind unzufrieden (Okt-I: 13%; Okt-II: 18%) und 3% können oder wollen sich dazu nicht explizit äußern (Okt-I: 5%; Okt-II: 2%).  

Eignung als Bundeskanzler: Laschet, Merz, Röttgen, Spahn und Söder 

In der Frage, welcher der folgenden Unionspolitiker sich als Bundeskanzler eignen würde, kann lediglich Markus Söder eine Mehrheit von seinen Fähigkeiten überzeugen. 58% attestieren dem CSU-Vorsitzenden, dass er Kanzler kann, gut ein Drittel (35%) hält ihn für dieses Amt ungeeignet (weiß nicht: 7%). Deutlich schwächer schneiden die Kandidaten der CDU ab, wobei sich Jens Spahn etwas abheben kann: 37% aller Befragten sind der Ansicht, dass sich der Gesund-heitsminister als Kanzler eignen würde, 56% sprechen ihm dies ab (weiß nicht: 7%). Wesentlich enger liegen die anderen drei Kandidaten zusammen: 30% sind der Meinung Friedrich Merz ist dafür qualifiziert (nein: 60%; weiß nicht: 10%), 27% sehen Armin Laschet (nein: 59%; weiß nicht: 14%) und 25% Norbert Röttgen als geeignet an (nein: 52%; weiß nicht: 23%). Bei den Unionsanhängern ist das Bild etwas differenzierter, allerdings kann auch hier nur Markus Söder eine Mehrheit (74%) überzeugen. 40% attestieren Jens Spahn das Zeug zum Kanzler, 38% Friedrich Merz, 28% Armin Laschet und 25% Norbert Röttgen.

Beurteilung von Spitzenpolitikern in Deutschland

Mit 2,8 und damit ihrem Höchstwert in dieser Legislaturperiode führt Angela Merkel das Ranking weiterhin mit deutlichem Abstand an. Auf den zweiten Rang schiebt sich Jens Spahn, der vier Zehntel gewinnt und damit aktuell bei 1,9 eingestuft wird, sein persönlicher Bestwert. Es folgen Olaf Scholz (1,8), der fünf Zehntel zulegt, vor Markus Söder, der zwei Plätze verliert und Heiko Maas mit seinem persönlichen Höchstwert von 1,6. Auf den nachfolgenden Plätzen: Robert Habeck (1,2), Armin Laschet (0,9), Annalena Baerbock (0,8) und Horst Seehofer (0,6). Schlusslicht bleibt Friedrich Merz, der auch in dieser Woche mit -0,1 bewertet wird.

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