Politik

Todesschüss Weltweit Bestürzung über den Anschlag / Israelische Botschaft dankt deutschen Sicherheitskräften

Solidarität mit jüdischen Mitbürgern

Halle.Mit einem Gebet in der Marktkirche haben Christen in Halle der Opfer der Schüsse und der Angehörigen gedacht. „In dieser Stunde stehen wir zutiefst erschrocken und traurig an der Seite der Menschen, die einen lieben Angehörigen oder Freund so grausam verloren haben. Wir denken an die jüdische Gemeinde“, erklärte Hans-Jürgen Kant, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis, am Mittwochabend. Zugleich mahnte er Stärke an, im weiteren Bemühen um Frieden und für eine weltoffene, demokratische Gesellschaft.

Die israelische Botschaft in Berlin hat die bewaffneten Angriffe als „brutale Terroranschläge“ bezeichnet. „Wir sind geschockt und erschüttert von den brutalen Terroranschlägen heute Mittag in Halle, während jüdische Betende in den Synagogen in ganz Deutschland versammelt waren, um Jom Kippur zu begehen, den heiligsten Tag im Judentum“, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung der Botschaft. Die Botschaft dankte den deutschen Sicherheitskräften. Man vertraue nun darauf, dass alle Maßnahmen ergriffen würden, um die Täter zu fassen und sie umgehend der Justiz zuzuführen.

In der Synagoge in Halle waren zum Zeitpunkt der tödlichen Schüsse nach Angaben von US-Botschafter Richard Grenell auch zehn Amerikaner. „Alle sind sicher und unverletzt“, schrieb Grenell auf Twitter.

Auch Kardinal Reinhard Marx hat sich nach dem Angriff in Halle gezeigt. „Ich bin entsetzt und erschüttert über den feigen Anschlag“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Mittwoch laut Mitteilung. „Unser Mitgefühl gilt den Todesopfern, ihren Angehörigen und den Verletzten.“ Marx sagte weiter: „Die Täter hatten offensichtlich gezielt die Synagoge von Halle ausgesucht, um am höchsten jüdischen Feiertag Blut zu vergießen. Wir stehen solidarisch an der Seite der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger“, so Marx.

Schutz für Gotteshäuser

Ebenso hat sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bestürzt gezeigt. „Ich bin entsetzt und fassungslos angesichts dieser Gräueltat“, sagte der bayerische Landesbischof laut EKD–Mitteilung vom Mittwoch.

In mehreren Bundesländern waren vor jüdischen Gotteshäusern die Sicherheitskräfte verstärkt worden. Auch in Mannheim wurden zusätzliche Beamte positioniert.

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