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Reisen Gesundheitsminister einigen sich auf freiwillige Corona-Tests für Rückkehrer

Sommer, Sonne, Rachenabstrich

Frankfurt/Berlin.Die Rückkehr in die Heimat dürfte für viele Urlauber künftig einen Rachenabstrich mit sich bringen. Wer aus dem Ausland nach Deutschland kommt, soll die Möglichkeit erhalten, sich kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag beschlossen. Die wichtigsten Fragen zu den Beschlüssen:

Was gilt künftig für zurückkehrende Urlauber?

Auf Corona soll sich künftig jeder kostenlos testen lassen können, der aus dem Ausland zurückkommt – unabhängig davon, ob er in einem Land war, das als Risikogebiet eingestuft ist. Die Möglichkeit besteht 72 Stunden nach der Einreise etwa in Arztpraxen oder Gesundheitsämtern. Für Reisende aus Risikogebieten – Staaten mit hohem Infektionsrisiko – soll es Teststellen an Flughäfen und Seehäfen geben. Können sie kein negatives Testergebnis vorweisen, müssen sie wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne.

Sind Corona-Tests dann verpflichtend?

Formal vorerst nicht. Die Gesundheitsminister sprechen davon, nach grenzüberschreitenden Reisen „grundsätzlich die Möglichkeit“ zu schaffen. An Bahnhöfen, Busbahnhöfen, Häfen, Flughäfen soll mit mehrsprachigen Flugblättern für Tests geworben werden. Beschlossen haben die Minister aber, eine rechtliche Verpflichtung zu prüfen.

Kann der Test das Coronavirus mit Sicherheit nachweisen?

Ein einzelner Test nicht. Es kann vorkommen, dass das Virus bei einem erst kürzlich Infizierten zum Testzeitpunkt noch nicht nachweisbar ist. „Eine negative Testung kann immer nur eine Momentaufnahme darstellen“, heißt es in dem Beschluss der Minister. Fünf bis sieben Tage nach dem Einreise-Test sei ein Wiederholungstest sinnvoll. Wer nach einem negativen Test unklare Symptome habe, müsse unverzüglich Kontakt zu einem Arzt aufnehmen. „Wir appellieren an die Eigenverantwortung aller Reisenden.“

Welche Vorkehrungen sind noch geplant?

Ob Flugzeug, Schiff, Bus oder Bahn: Reisende aus Risikogebieten sollen auf einer sogenannten Aussteigerkarte Kontaktmöglichkeiten und Mitreisende angeben. Es soll nahe den Grenzen stichprobenartige Kontrollen mit Hilfe der Bundespolizei geben. Nahe der Grenze sollen Tafeln über Quarantäne und Testmöglichkeiten informieren. „Auch soll an ausgewählten Stellen die Möglichkeit einer Testung vor Ort ermöglicht werden“, heißt es.

Ab wann tritt diese Regelung in Kraft?

Einen einheitlichen Zeitplan gibt es nicht. Die Länder setzen die Beschlüsse jetzt um. Berlin etwa hat angekündigt, an seinen Flughäfen voraussichtlich ab kommender Woche Rückkehrer auf das Virus zu testen.

Wie lässt sich bei Umsteigern nachvollziehen, ob sie aus einem Risikogebiet kommen?

Die Fluggesellschaften verfügen über die Daten der Passagiere, die Reisewege und neben wem sie gesessen haben. Grundsätzlich ließe sich damit nachvollziehen, ob ein Fluggast, der beispielsweise aus Rom kommt, dort auf dem Rückweg aus einem Risikogebiet umgestiegen ist. Die Bundesregierung will ein Verfahren entwickeln, Passagierdaten digital zu übertragen.

Was sagen Airlines zu dem Thema?

Sie sehen in Tests eine Chance, den von der Corona-Krise hart getroffenen Luftverkehr wieder in Schwung zu bringen. Das gilt vor allem für die lukrativen Langstreckenverbindungen zwischen den USA und Europa, die wegen der Einreisebeschränkungen stark eingeschränkt sind. „Wir begrüßen, dass mit dem Beschluss dieser Teststrategie keine neuen Reisebeschränkungen innerhalb der EU aufgebaut werden“, sagte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. dpa

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