Politik

Politbarometer I (November II 2019, KW 48)

Spahn und Merz wieder unter den Top Ten

Archivartikel

In der politischen Stimmung gibt es nur wenig Veränderungen im Vergleich zu Anfang November: Die Union erhält 28% (+1), die SPD fällt auf 13% (-2). Die AfD wird bei 8% (+/-0) gemessen, die FDP bei 7% (-1) und die Linke bei 11% (+/-0). Die Grünen klettern auf 28% (+2) und alle sonstigen Parteien erreichen zusammen 5% (+/-0).

Da mit Umfragen aber immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernten Wahltag nicht zulässig.

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Ver­gleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen poli­tischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen die Erkenntnisse über die langfristige, sozialstrukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Berücksichtigt wird dabei auch die fehlende Bekenntnisbereitschaft von den Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums.

Wäre bereits am Sonntag Bundestagswahl, würden die Grünen wieder leicht zulegen und die SPD würde leicht verlieren. Danach käme in der aktuellen Projektion die CDU/CSU weiterhin auf 27% und die SPD auf 13% (-1). Unverändert wären die Werte für die AfD (14%), die FDP (7%) und die Linke (10%). Die Grünen erhielten 23% (+1), alle anderen Parteien kämen zusammen auf 6% (+/-0).

Zufriedenheit mit der Bundesregierung und den Koalitionspartnern

Die amtierende Bundesregierung wird ähnlich wie vor drei Wochen bewertet: Auf der Skala von +5 bis -5 (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) wird die gemeinsame Arbeit der Großen Koalition mit 0,4 bewertet (Okt: 0,5; Nov-I: 0,3), die Arbeit der CDU/CSU mit 0,3 (Okt: 0,5; Nov-I: 0,2), die der SPD mit 0,2 (Okt: 0,3; Nov-I: 0,1).

Gewünschte Koalition

Auf die vorgabenfreie Frage, welche Parteien zusammen die nächste Bundesregierung bilden sollen, nennen 13% ein Bündnis aus CDU/CSU und Grünen (Okt: 17%; Nov-I: 13%), 11% aus SPD und Grünen (Okt: 11%; Nov-I: 10%). Es folgen mit jeweils 9% der Nennungen: Schwarz-Gelb (Okt: 8%; Nov-I: 8%) und eine große Koalition (Okt: 10%; Nov-I: 9%). 7% sprechen sich für Rot-Rot-Grün (Okt: 6%; Nov-I: 7%) aus. Andere Bündnisse werden insgesamt von 30% genannt (Okt: 26%; Nov-I: 33%), 21% antworten mit „weiß nicht“ (Okt: 22%; Nov-I: 20%).

Beurteilung der Arbeit von Angela Merkel und der Bundesregierung

Die Arbeit von Angela Merkel als Kanzlerin wird von 65% (Okt: 71%; Nov-I: 66%) mit eher gut bewertet. Ein Drittel (32%) der Deutschen spricht von einer eher schlechten Leistung (Okt: 26%; Nov-I: 30%), 3% äußern sich dazu nicht (Okt: 3%; Nov-I: 4%).

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung ganz allgemein hat sich ebenfalls kaum verändert: 57% aller Wahlberechtigten beurteilen die Arbeit (Okt: 57%; Nov-I: 59%) eher positiv, 39% eher negativ (Okt: 37%; Nov-I: 37%) und 4% geben dazu kein Urteil ab (Okt: 6%; Nov-I: 4%).

Beurteilung von Spitzenpolitikern in Deutschland

Bei der Beurteilung der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker gibt es Bewegung im Vergleich zur letzten Umfrage. Zum einen sind die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann, nicht mehr im Ranking vertreten. Dafür zählen Gesundheitsminister Jens Spahn und Friedrich Merz nach Meinung der Befragten wieder zu den zehn wichtigsten Politikern. Wie immer wurde die Einstufung nach Sympathie und Leistung mittels der Skala von +5 bis -5 (halte sehr viel von / halte gar nichts von) vorgenommen.

Angeführt wird das Ranking von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 1,2. Auf dem zweiten Rang folgt Grünen-Vorsitzender Robert Habeck mit 1,1, vor Finanzminister Olaf Scholz mit 0,7. Sowohl Merkel, als auch Habeck und Scholz verschlechtern sich jeweils um zwei Zehntel. Auf dem vierten Rang steht aktuell Heiko Maas mit 0,5, gefolgt von Markus Söder, ebenfalls mit 0,5 – nach einer erneuten Verbesserung ist dies sein bisher bester Wert, seit er in der Top Ten vertreten ist. Die zweite Hälfte wird angeführt von Wiedereinsteiger Jens Spahn mit 0,3, vor Friedrich Merz, ebenfalls mit 0,3 und Christian Lindner (0,2). Weiterhin im negativen Skalenbereich verortet werden Horst Seehofer (-0,1) und Annegret Kramp-Karrenbauer (-0,5). Die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin wird zwar zwei Zehntel besser eingestuft als zuletzt, bildet aber nach wie vor das Schlusslicht im Ranking.

Zum Thema