Politik

Parteivorsitz Auswahl kostet mindestens 1,2 Millionen Euro

SPD hofft auf Spenden

Archivartikel

Berlin.Noch bis Sonntag können sich die Kandidaten für den SPD-Chefsessel anmelden. Schon jetzt ist allerdings klar: Die Kür der neuen Vorsitzenden wird ein teurer Spaß. 1,2 Millionen Euro wird sie kosten – mindestens. Die Parteispitze hofft auf Spenden.

In einer Mail hat SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil die Genossen aufgefordert, bei der Abstimmung möglichst auf eine Briefwahl zu verzichten und am günstigeren Online-Verfahren teilzunehmen. Das bestätigte ein SPD-Sprecher. Darüber hinaus bittet Klingbeil in der Mail „diese neue Form der Beteiligung mit einer Spende“ zu unterstützen. Per Mausklick können direkt zehn bis 250 Euro gegeben werden. Aus dem Willy-Brandt-Haus heißt es, Spenden an politische Parteien seien rechtlich grundsätzlich zulässig. Über die eingenommene Summe könne man „leider keine Auskunft geben“, erklärte der Sprecher.

Schlechte finanzielle Lage

Prominentester Anwärter ist Vizekanzler Olaf Scholz. Kevin Kühnert sagte am Mittwoch, er werde nicht kandidieren. Ex-NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken aus Baden-Württemberg kündigten ihre Kandidatur an. Wie viele die am 4. September beginnende Tour mit Konferenzen in 23 Städten absolvieren werden, ist offen. Teuer wird es durch die vielen Veranstaltungen und die Befragung der mehr als 420 000 Parteigänger. Sie beginnt Mitte Oktober.

Mit Kosten für die Abstimmung könnten sogar noch steigen. „Sollte ein zweiter Wahlgang notwendig werden, erhöhen sich die Ausgaben“, so der Sprecher. Falls ein Duo oder Einzelbewerber nicht die Hälfte der Stimmen erhält, gibt es eine zweite Runde.

Die Ausgaben kommen für die SPD zur Unzeit. Der Mitgliederschwund wirkt sich negativ auf das Beitragsaufkommen aus. hag

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