Politik

SPD und FDP legen zu

Politische Stimmung in Deutschland

Mannheim.In der politischen Stimmung Mitte März legen SPD und FDP leicht bzw. sichtbar zu, Grüne und Linke haben leichte Einbußen, die AfD verliert deutlich, die Union ist stabil. Aktuell wird die CDU/CSU bei 34% (+/-0) und die SPD bei 18% (+1) gemessen, die AfD rutscht auf nur noch 6% (-3), die FDP kommt auf 9% (+3) und die Linke auf 7% (-1), die Grünen liegen bei 22% (-1) und alle anderen Parteien bei 4% (+/-0).* 

Da mit Umfragen immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahl-entscheidung an einem weit entfernt liegenden Wahltag nicht zulässig.

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Vergleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen poli-tischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen Erkenntnisse über die langfristige, sozial-strukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundes-tagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Neben strukturellen Faktoren werden zudem taktisches Verhalten sowie die fehlende Bekenntnisbereitschaft von Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums berücksichtigt.

Im Vergleich zur letzten Politbarometer-Projektion bleibt die Union unverändert. SPD und FDP werden etwas stärker, AfD, Linke und Grüne haben leichte Verluste. Wäre am Sonntag wirklich Bundestagswahl, könnte die CDU/CSU mit 31% (+/-0) rechnen. Die SPD käme auf 16% (+1), die AfD auf 12% (-1), die FDP auf 8% (+1) und die Linke auf 8% (-1). Die Grünen würden 19% (-1) erreichen und alle anderen Parteien zusammen 6% (+1). Möglich wäre so weiterhin Schwarz-Grün, für eine Koalition aus Union und SPD würde es knapp nicht reichen.  

Zufriedenheit mit der Bundesregierung

Die Zufriedenheit mit der aktuellen Regierungsarbeit geht zurück: Mit 0,3 (Feb-I: 0,6; Feb-II: 0,5) liegt Schwarz-Rot auf der +5/-5-Skala (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) nur leicht im positiven Skalenbereich. Im Detail erreicht die CDU/CSU 0,2 (Feb-I: 0,4; Feb-II: 0,4) und die SPD 0,0 (Feb-I: 0,3; Feb-II: 0,1).   

Ein Jahr GroKo: Arbeit, Problemlösung und Bestand bis 2021

Ein Jahr nach dem Start der dritten großen Koalition in der Ära Merkel ziehen die Deutschen eine durchwachsene Zwischenbilanz: Zwar spricht mit 55% (Feb-I: 61%; Feb-II: 58%) eine Mehrheit der Deutschen von „alles in allem eher guter Arbeit“, 39% (Feb-I: 34%; Feb-II: 36%) sagen „eher schlecht“. Doch einen „wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme“ können nur 47% erkennen, 48% aller Befragten – 47% im Westen und 53% im Osten – können das nicht. Damit entspricht diese Bestandsaufnahme in etwa den bereits geringen Erwartungen: Vor einem Jahr (Mrz-II ´18) hatten 48% einen wichtigen Beitrag zur Problemlösung erwartet, ebenfalls 48% hatten diese Erwartung schon damals nicht.  

Die Zweifel, dass die Große Koalition vor Ablauf der Legislaturperiode zerbricht, sind inzwischen aber wieder ähnlich schwach wie zu Beginn der aktuellen Großen Koalition: 23% (Mrz-II ´18: 26%) der Befragten rechnen zurzeit mit einem vorzeitigen Bruch. 71% (Mrz-II ´18: 70%) glauben dagegen, dass Schwarz-Rot in dieser Konstellation bis 2021, also eine volle Legislaturperiode, Bestand haben wird.