Politik

Messerattacke Terrorverdacht nach tödlichem Angriff

Spezialisten übernehmen Ermittlungen

Archivartikel

Paris.Nach der tödlichen Messerattacke im Pariser Polizeihauptquartier haben Anti-Terror-Spezialisten der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte die Pariser Staatsanwaltschaft am Freitagabend. Die Ermittlungen seien aufgrund der bisherigen Erkenntnisse von den Anti-Terror-Spezialisten übernommen worden. Es werde sowohl wegen Mordes und versuchten Mordes als auch wegen Terror-Verdachts ermittelt. Nach der schrecklichen Tat am Donnerstag war über das Motiv des Angreifers spekuliert worden.

Ein Mitarbeiter des Polizeihauptquartiers im Herzen von Paris hatte am Donnerstag vier Menschen mit einem Messer getötet. Bei den Opfern handelt es sich um drei Männer und eine Frau. Der Angreifer wurde erschossen.

Der Mann, der in Fort-de-France auf der französischen Karibikinsel Martinique geboren wurde, war vor 18 Monaten zum Islam konvertiert. Er besuchte regelmäßig die Moschee. Am Morgen hatte Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye noch erklärt, dass es bisher keine Hinweise auf eine Radikalisierung des Angreifers gebe. Der Pariser Polizeipräsident Didier Lallement hatte am Nachmittag gesagt, dass keine Hypothese bei den Ermittlungen ausgeschlossen werden könne.

Schweigeminute vor Präfektur

Die Polizeipräfektur sei mit dem Angriff so schwer wie nie zuvor getroffen worden, hieß es. Am Vormittag versammelten sich zahlreiche Menschen vor dem Hauptquartier auf der Seine-Insel Île de la Cité zu einer Schweigeminute. Der 45-Jährige sei als ein Informatiker bei der Polizei tätig gewesen und habe seit 2003 dort gearbeitet, sagte Polizeipräsident Lallement. Ein Polizei-Gewerkschafter beschrieb ihn als vorbildlichen Beamten, der von seinen Kollegen sehr geschätzt worden sei. Er sei höflich und zurückhaltend. Als angenehmen Zeitgenossen beschrieben auch die Nachbarn den Vater zweier Kinder.

Die französische Presse schrieb zunächst von einem möglichen internen Konflikt und einer „beruflichen Frustration“ des Mannes, der beruflich aufsteigen wollte. 

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