Politik

Justiz Gericht in Moskau verurteilt US-Bürger

Spionage: 16 Jahre Haft

Archivartikel

Moskau.Die USA haben die sofortige Freilassung des wegen Spionage zu 16 Jahren Straflager verurteilten Paul Whelan gefordert. „Seine Verurteilung ist ein Hohn“, sagte der US-Botschafter in Moskau, John J. Sullivan, am Montag nach dem Richterspruch. „Die Welt schaut zu“, teilte er bei Twitter mit. Der Diplomat erschien selbst am Gerichtsgebäude. „Dieser geheime Prozess, bei dem kein einziger Beweis vorgelegt wurde, ist ein ungeheuerlicher Verstoß gegen die Menschenrechte und die internationalen rechtlichen Normen.“

Ein Gericht in Moskau verurteilte den 50-jährigen Whelan am Morgen wegen Agententätigkeit in Russland zu 16 Jahren Straflager. Botschafter Sullivan sagte, dass das Urteil die Beziehungen zwischen Washington und Moskau weiter belaste. Das Verhältnis ist so gespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr.

Geheime Daten auf USB-Stick

Der seit rund anderthalb Jahren inhaftierte US-Bürger Whelan selbst kritisierte das Urteil als politisch motiviert. Whelan soll nach Darstellung des russischen Inlandsgeheimdienst FSB als Spion auf frischer Tat ertappt worden sein. Er soll geheime Daten auf einem USB-Stick erhalten haben. dpa

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