Politik

SPD Gebürtiger Bad Dürkheimer bewirbt sich um Parteivorsitz / Führende Sozialdemokraten unzufrieden

Stegner und Schwan wollen antreten

Berlin.Im Rennen um den künftigen SPD-Vorsitz wollen sich die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, und Parteivize Ralf Stegner als Duo bewerben. Das verlautete am Mittwoch aus Parteikreisen in Berlin. Am Freitagmittag wollen sie sich in Berlin öffentlich erklären, wie es aus Parteikreisen weiter hieß. Mit Stegner will der erste Vertreter der Parteispitze für den Vorsitz kandidieren.

Zuerst hatte „Spiegel Online“ darüber berichtet. Nach „Spiegel“-Informationen haben Stegner und Schwan ihre Kandidatur gegenüber den drei kommissarischen Vorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel angekündigt. Stegner wollte sich am Mittwoch auf Anfrage nicht dazu äußern. Die 76-jährige Schwan hatte ihre Bewerbung schon vor Wochen erklärt. Stegner wurde in Bad Dürkheim geboren und machte in Mannheim am Goethe-Gymnasium Abitur. Der 59-jährige Parteilinke ist für seine pointierten, polarisierenden Äußerungen bekannt. Im Juni war Stegner als SPD-Fraktionschef im Landtag von Schleswig-Holstein bestätigt worden. Ende März hatte er nach zwölf Jahren den SPD-Landesvorsitz aufgegeben. Seit 2003 steht der Harvard-Absolvent in der ersten Reihe der Landespolitik – auch als Finanz- und Innenminister.

Frist läuft bald ab

Bisher beworben haben sich Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christina Kampmann beworben. Diese beiden erfüllen als einzige bisher die geforderte Mindestunterstützung von Parteigliederungen.

Außerdem wollen die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer antreten, ebenso wie die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen, Simone Lange und Alexander Ahrens. Zudem kündigte der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Kandidatur an. Bewerbungsende ist der 1. September.

Baden-Württembergs SPD-Chef Andreas Stoch hat sich unzufrieden mit dem bisherigen Stand des Bewerberrennens gezeigt. „Wir stellen fest, dass Parteien immer stärker über Personen und immer weniger über Inhalte wahrgenommen werden. Dem muss sich die SPD stellen“, sagte Stoch der „Schwäbischen Zeitung“. Der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ sagte Stoch, er erwarte, „dass auch Leute, die in der ersten Reihe der Partei stehen, Farbe bekennen“. Die Kandidatur von Schwan und Stegner genüge ihm da nicht.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil will Schwan und Stegner nicht wählen. Dies sagte er am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Emden. dpa

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