Politik

Mordfall Lübcke Ermittler finden Datensammlung

Stephan E. hatte Liste

Archivartikel

Wiesbaden.Bei den Ermittlungen zum Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ist bei dem Hauptverdächtigen eine Datensammlung von 60 Personen und Objekten gefunden worden. Stephan E. habe die Aufzeichnungen überwiegend im Zeitraum von 2001 bis 2007 angelegt, teilte das hessische Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag nach Auswertung von sichergestellten Datenträgern mit.

Bei den Betroffenen handele es sich zum Teil um Personen des öffentlichen Lebens und Objekte wie Rathäuser überwiegend aus dem Großraum Kassel, erklärte ein LKA-Sprecher. Alle in der Datensammlung aufgeführten Personen sowie die Verantwortlichen der Objekte seien von der Polizei persönlich informiert worden. Anhaltspunkte für eine Gefährdung gebe es nicht.

Stephan E. soll den CDU-Politiker Lübcke am 2. Juni mit einem Kopfschuss auf dessen Terrasse getötet haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus. Stephan E. hatte die Tat zunächst gestanden, dann das Geständnis aber wieder zurückgezogen. Sein Pflichtverteidiger, Frank Hannig, kündigte nun ein neues Geständnis seines Mandanten an. Der Anwalt geht davon aus, dass ein zweiter Mann am Tatort gewesen sein könnte. dpa

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