Politik

Türkei Regierungspartei zweifelt Abstimmung an

Streit über Endergebnis

Archivartikel

Istanbul.Im Streit um das Ergebnis der Kommunalwahl in Ankara und Istanbul hat die Türkei kritische Mahnungen des EU-Kommissionsvizechefs zurückgewiesen. Man sei enttäuscht von den Äußerungen Frans Timmermans, erklärte gestern der türkische Außenamtssprecher Hami Aksoy. Diese zeigten die „doppelten Standards“ der EU. Man müsse die Einspruchszeit bei der Wahlbehörde achten. Timmermans hatte die islamisch-konservative Regierungspartei AKP zuvor dazu aufgefordert, das Ergebnis der Kommunalwahlen zu respektieren.

Der Kandidat der größten Oppositionspartei CHP, Ekrem Imamoglu, hatte das Bürgermeisteramt nach vorläufigen Ergebnissen mit einem hauchdünnen Vorsprung vor seinem AKP-Gegner gewonnen. Die AKP legte daraufhin Einspruch ein und erwirkte bislang in mindestens 18 der 39 Bezirke Nachzählungen. Nach Angaben der CHP sind bereits mehr als 70 Prozent dieser Nachzählungen abgeschlossen. Imamoglu liegt demnach mit 17 132 Stimmen vorne. Die AKP dagegen bezifferte den Unterschied auf 16 442 Stimmen. Ihr Vize-Vorsitzender Ali Ihsan Yavuz sprach von einer „organisierten Regelwidrigkeit“ bei der Kommunalwahl. Auch in der Hauptstadt Ankara legte die AKP Einspruch ein, dort führt der Kandidat der CHP jedoch mit größerem Abstand. dpa