Politik

Südwesten Initiative drängt auf Festlegung

Strobl gegen Empfehlung für Vorsitz

Stuttgart.Das Präsidium der Südwest-CDU lehnt eine Positionierung im Wettbewerb um den Vorsitzenden der Bundespartei ab – obwohl Teile der CDU dies fordern. So hatte der Hohenloher Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten, Vorsitzender des Bundestags-Parlamentskreises Mittelstand, Friedrich Merz vorige Woche als „Markenkern der CDU bezeichnet“ und sich für dessen Unterstützung ausgesprochen. Auch eine Initiative aus 16 Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie mehrere Kreisverbände haben sich bereits pro Merz positioniert. „Es wird nichts von oben verordnet“, bestätigte dagegen Südwest-CDU-Generalsekretär Manuel Hagel gestern auf Anfrage die Forderung von CDU-Landeschef Thomas Strobl nach einer offenen Diskussion an der Basis. Hagel lobte zudem die Breite des Kandidatenfelds und das klare Profil der drei aussichtsreichsten Bewerber um die Merkel-Nachfolge. „Dass wir unseren Mitgliedern ein solches Angebot machen können, finde ich grandios“, sagte Hagel mit Blick auf die Bewerber Friedrich Merz, Jens Spahn und Annegret Kramp-Karrenbauer.

Der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei (Schwarzwald-Baar-Kreis) bestätigte: „Auch im Landesverband der Südwest-CDU wird heftig diskutiert, und zwar nicht nur über Personen, sondern inhaltlich. Aber aus einzelnen Äußerungen eine klare Präferenz im Südwesten abzuleiten, wäre gewagt“, so Frei.

154 Delegierte geben Stimme ab

Auch der Chef der Südwest-Landesgruppe im Bundestag, Andreas Jung, sieht im Südwesten keine Tendenz. „Es gibt in der CDU Baden-Württemberg bisher keine eindeutige Linie für eine Bewerberin oder einen Bewerber.“ Ein Beschluss sei nicht geplant, und von den Delegierten habe sich bislang nur eine Minderheit öffentlich positioniert. Von einer Empfehlung rät Jung ab: „Die Delegierten der Kreisverbände machen sich selbst ein Bild und treffen eine eigene Entscheidung – und das ist auch richtig so.“

Beim CDU-Bundesparteitag am 7./8. Dezember in Hamburg, auf dem über die Nachfolge Merkels an der Parteispitze entscheiden wird, sind 154 Delegierte aus dem Südwesten stimmberechtigt. Von den Regionalkonferenzen, auf denen sich die Kandidaten der CDU-Basis in den kommenden Wochen vorstellen sollen, findet voraussichtlich lediglich eine in Baden-Württemberg statt.