Politik

Diskriminierung EU-Ausschuss fordert bessere Aufklärung

Studie: Mehr Kurse gegen Rassismus

Archivartikel

Straßburg.Deutschland muss nach Ansicht des Anti-Diskriminierungs-Ausschusses des Europarats (ECRI) mehr Aufklärungsarbeit gegen Rassismus leisten. In Schulen, Universitäten und bei der Polizei müssten entsprechende Kurse Pflicht werden, sagte die Finnin Reetta Toivanen, Mit-Autorin des am Dienstag vorgestellten Berichts des Gremiums. Der Ausschuss warnte zudem vor weiteren rechtsextremen Angriffen und empfahl mehr Unterstützung und Befugnisse für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

„Man muss mit verpflichtenden Kursen gegen Rassismus und Diskriminierung an die Unis gehen, von wo die meisten Mitarbeiter von Ministerien und Behörden kommen“, sagte Toivanen der dpa. Die Bundesländer sollten in ihre Bildungsgesetze und in ihre Lehrpläne Menschenrechte und Gleichbehandlung aufnehmen, fordert der Bericht. Außerdem solle die Lehrerausbildung durch inklusive Unterrichtsmethoden in multikulturellen Klassen erweitert werden.

Beschwerdestelle verlangt

Bei der Polizei seien verpflichtende Kurse besonders wichtig, um sogenanntem Racial Profiling entgegenzuwirken, sagte Toivanen. Dabei werden Menschen auf Grundlage von Stereotypen und äußerlichen Merkmalen überprüft.

Die stellvertretende Linken-Vorsitzende Martina Renner forderte als Konsequenz eine unabhängige Beschwerdestelle für Opfer von rassistischer Polizeigewalt. dpa

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