Politik

Bildung Vergleichsstudie für Mathematik und Naturwissenschaften in Klasse 9 / Gymnasien mit negativem Trend

Südwesten weiter nur im Mittelfeld

Archivartikel

Berlin/Stuttgart.Die baden-württembergischen Neuntklässler sind in den Naturwissenschaften im bundesweiten Vergleich weiterhin nur Mittelmaß. In Mathematik hat sich die Position nach der am Freitag veröffentlichten Studie in einzelnen Bereichen verbessert und liegt nun leicht über dem Durchschnitt. Kultusministern Susanne Eisenmann (CDU) wertet dies nach den „ernüchternden Ergebnissen“ der vorangegangenen Untersuchungen für die Fächer Deutsch und Fremdsprachen als „ermutigendes Signal“.

In den Fächern Biologie, Chemie und Physik rangiert Baden-Württemberg im Ländervergleich ziemlich genau im Mittelfeld. Der IQB-Bildungstrend misst, wie viele Schüler den bundesweit gültigen Regelstandard erreichen. Der liegt in Physik bei 69,3 Prozent aller deutschen Neuntklässler, in Baden-Württemberg bei 69,7 Prozent. In Mathematik schneiden die Schüler im Südwesten etwas besser ab als im Durchschnitt. Aber es erreichen nur 46,4 Prozent den Regelstandard. Zum Vergleich: In Bayern sind es 55,3 Prozent und beim Spitzenreiter Sachsen sogar 56,7 Prozent. Bundesweit hat das Institut zur Qualitätsentwicklung (IQB) im Bildungswesen letztes Jahr 45 000 Schüler der 9. Jahrgangsstufen aller Schularten von der Hauptschule bis zum Gymnasium getestet.

Hessen rangiert in Biologie, Chemie und Physik unter dem Durchschnitt der Länder. Auch in Mathematik ist das Flächenland mit dem höchsten Zuwandereranteil zurückgefallen. In Rheinland-Pfalz gibt es in allen untersuchten Fächern eine negative Tendenz.

In Baden-Württemberg haben sich die Gymnasiasten sowohl in Mathematik als auch in den naturwissenschaftlichen Fächern deutlich verschlechtert. Bei dieser Schulart seien die Ergebnisse „signifikant ungünstiger“, schreiben die Experten. Eisenmann weist darauf hin, dass seit der Freigabe der Schulartwahl jeder zehnte Fünftklässler ohne die entsprechende Grundschulempfehlung ans Gymnasium geht. Die Spitzenreiter Sachsen und Bayern, die weiterhin auf die verbindliche Grundschulempfehlung setzen, würden zeigen, dass „beachtliche Spitzenleistungen an Gymnasien weiterhin möglich sind“.

Der Anteil der Neuntklässler mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil hat in Baden-Württemberg seit 2012 sprunghaft um 14 Prozentpunkte zugenommen. In Bayern sind es nur 4,1 und in Sachsen sogar nur 1,6 Punkte. Im Südwesten haben jetzt 43 Prozent der Schüler in Klasse 9 einen Migrationshintergrund. In Hessen liegt der Anteil nach einem Zuwachs um acht Punkte sogar bei 44,7 Prozent.

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