Politik

Iran Bewegung im Streit um festgesetztes Schiff

Tanker auf Weg nach Griechenland

Archivartikel

London/Gibraltar.Der mehrere Wochen in Gibraltar festgehaltene iranische Tanker ist auf dem Weg ins östliche Mittelmeer. Das geht aus dem auf Schiffsverkehr spezialisierten Internetportal Marinetraffic.com hervor. Als Ziel der Reise wird der griechische Hafen Kalamata angegeben. Dort soll der Supertanker am kommenden Sonntag eintreffen. Ob es sich dabei um das endgültige Ziel der Reise handelt, war jedoch zunächst unklar.

Das Schiff hatte in der Nacht zum Montag die Anker gelichtet, nachdem es mehr als sechs Wochen lang wegen des Verdachts auf Bruch von EU-Sanktionen gegen das Bürgerkriegsland Syrien vor Gibraltar festgehalten worden war.

EU-Sanktionen ohne Geltung

Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets an der Südspitze der iberischen Halbinsel hatte dem Tanker schließlich am Donnerstag freie Fahrt gewährt. Damit wächst die Hoffnung auf eine Deeskalation in dem schwelenden Konflikt zwischen dem Iran und mehreren westlichen Ländern, darunter Großbritannien und die USA.

Der Regierung in Gibraltar zufolge hat der Iran zugesichert, das Öl nicht nach Syrien zu liefern. Teheran gibt an, die Ladung sei ohnehin nie für das Bürgerkriegsland bestimmt gewesen. An die Sanktionen der EU sei der Iran jedoch ohnehin nicht gebunden. Die USA hatten bis zuletzt vergeblich versucht, den Tanker am Auslaufen zu hindern.

Der Tanker „Grace 1“ wurde inzwischen in „Adrian Darya-1“ umbenannt und soll unter iranischer Flagge fahren, wie Teheran mitteilte.

Ein US-Bundesgericht wollte das Schiff beschlagnahmen lassen. Das wies die Regierung in Gibraltar aber am Sonntag zurück: Die Verfügung eines Bundesgerichts in Washington sei „untrennbar“ mit den Sanktionen der USA gegen den Iran verbunden, die aber mit denen der Europäischen Union nicht vergleichbar seien, hieß es. dpa

Zum Thema