Politik

Messer-Attacke 28-Jähriger

Tod am Traumstrand

Hurghada.Nach dem tödlichen Angriff auf zwei deutsche Frauen in Hurghada ist das Leben am Strand des Hotels "Zahabia" zurück. Kinder mit Schwimmreifen freuen sich auf das türkisblaue Wasser, aus dem am Freitag ein Mann mit einem Messer stieg. Mit welcher Motivation der festgenommene Mann - Berichten zufolge soll er 28 Jahre alt sein und aus Nordägypten stammen - die Tat beging, ist noch immer unklar. Doch nach Informationen aus Sicherheitskreisen in Kairo soll der Messerstecher von der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) beauftragt worden sein. Offiziell bestätigt ist dies aber nicht.

Es war etwa 13 Uhr, als Urlauberin Alice Matthiesen Schreie vom Strand gegenüber hörte. Männer auf einem Schiff hätten gebrüllt. "Der eine schlug mit einem weißen stockartigen Ding auf jemanden im Wasser ein", schildert die Urlauberin im ägyptischen Badeort Hurghada ihre Eindrücke. Matthiesen beobachtete offenbar das Ende der Gewalttat.

Wenige Minuten zuvor hatte ein Mann schwimmend Kurs auf den Hotelstrand genommen. Einem Bericht der Zeitung "Al-Shorouk" zufolge soll er die Frauen aus Niedersachsen auf deutsch angesprochen und in ein Gespräch verwickelt haben. Dann stach er zu.

Von Sicherheitsleuten überwältigt

Nach der Tat sei der Messerstecher schwimmend geflohen, schildert Khaled Taha, der Leiter des Nachbarhotels "El Palacio". Sicherheitsleute des Hotels hätten ihn überwältigt und gefesselt.

Seit Dezember wurden bei Selbstmordanschlägen und Angriffen auf die christliche Minderheit im Land mehr als 100 Menschen getötet. Dennoch ging es zuletzt vor allem mit den deutschen Urlaubern bergauf. Reiseveranstalter bezeichneten Ägypten schon als das Trendziel für den Winter. Für Hurghada ist die Attacke nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern wohl auch eine wirtschaftliche Katastrophe. (dpa)